Frau geht mit Tulpenstrauß über Gras: Einzelaktien oder Fonds
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Einzelaktien oder Fonds? Vor- und Nachteile für Einsteiger:innen

Du möchtest dein Geld anlegen und weißt nicht, ob Einzelaktien oder Fonds das Richtige für dich sind? Bunter Strauß, solitäre Blüte oder eine hübsche, blühende Mischung? Das sind die Vor- und Nachteile.

Einzelaktien oder Fonds - das kommt ganz auf dich an!

Wenn du Geld gespart hast und nicht weißt, was du tun sollst, ist Nichtstun eine schlechte Option. Parkst du dein gesamtes Geld auf deinem Girokonto verlierst du richtig Geld. Hier gibt’s keine Zinsen und durch die Inflation verliert das Ersparte an Wert. Dabei kannst du dir schon mit geringen Beträgen ein schönes finanzielles Polster aufbauen. Legst du dein Erspartes an der Börse an, kannst du mit Einzelaktien oder Fonds mehr draus machen. Aber welcher Weg ist der schlaueste?

"Finanzplanung ist Lebensplanung"

„Finanzplanung ist Lebensplanung“, sagt Finanzexpertin Hava Misimi. Das hängt mit dem Leben zusammen, das ich führen möchte und ist ganz individuell. Es gibt kein richtig oder falsch.“ Wer Einzelaktien kauft, investiert in ein Unternehmen und wird damit quasi Mitinhaber:in als Anteilseigner. „Du profitierst davon, wenn es dem Unternehmen gut geht, man kann aber nie zu 100% von der jetzigen Entwicklung prognostizieren, ob das in der Zukunft für genau dieses Unternehmen so bleiben wird“, erklärt Misimi. „Dann kommt sowas wie die Corona-Krise und das Geld kann weg sein.“ Eine gute Strategie und eine breite Streuung deiner Investitionen sind also eine sinnvollere Sache, als alle Eier in einen Korb zu werfen. Portfolio-Diversifikation ist angesagt.

Wenig Budget - Risiko minimieren!

Eine gerne genommene Ausrede, um sich nicht mit der finanziellen Vorsorge auseinanderzusetzen: Ich hab doch eh kein Geld! Achtung, das ist ein Denkfehler, der dich richtig Geld kosten kann. Diese Ausrede zieht außerdem bei Aktien nicht, denn hier gilt Omas alter Spruch „Kleinvieh macht auch Mist“. In Aktien (Einzelaktien oder Fonds) zu investieren, ist in jeder Lebenssituation und mit jedem noch so kleinen Geldbeutel möglich. Klar ist es riskant, sein ganzes Vermögen in ein Unternehmen (also in eine Einzelaktie) zu investieren. Um anzufangen, brauchst du aber keine großen Summen. Wichtig ist das Anfangen. Selbst 20 EUR sind ein guter Start. Hast du jedoch eine größere Summe zur Verfügung, vielleicht durch eine Erbschaft, dann schau dir einmal den Beitrag Wie lege ich eine größere Summe an? an. Um das Risiko von Einzelaktien zu minimieren, gibt es Fonds, die in zahlreiche Unternehmen investieren.

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Einzelaktien oder Fonds: Welcher Investitions-Typ bist du?

Bravo, dein Money Mindset ist nun auf Erfolgskurs. Du musst nur noch herausfinden, welche Anlageart zu dir passt. Bist du generell eher risikoscheu, etwas abenteuerlustig oder gehörst du schon zu den Zockern? Wir haben drei Investitions-Typen ausgemacht, die dir auf dem Weg zu deiner persönlichen Anlagestrategie helfen können.

Typ – Die Risikoscheue
Du suchst nach Sicherheit? Das ist total in Ordnung und kein Nachteil, auch nicht bei der Geldanlage. Auch wenn du wenig Zeit für die Recherche aufwenden kannst, lohnen sich Fonds am ehesten für dich. Es gibt auch Einzelaktien, die sich über Jahre bewährt haben und auf die sogar Börsengurus wie Warren Buffet setzen, wie bspw. Coca-Cola. Allerdings muss man ganz deutlich sagen, dass es keine sicheren Aktien gibt. Denn wie wir vor allem in den vergangenen Jahren selbst erlebt haben, ist nichts wirklich zu 100% sicher. Im Beitrag 3 Strategien in Fonds zu investieren kannst du noch einmal etwas mehr darüber erfahren.

Typ – Die Abenteuerlustige
Eine Grundsicherheit muss für dich gegeben sein, aber darüber hinaus bist du auch offen für Unbekanntes? Man lernt ja schließlich nie aus und wenn du auch aktuelle Trends und Geschehnisse verfolgst und davon profitieren möchtest, kann eine Mischung aus Einzelaktien und Fonds interessant für dich sein. Taste dich an Einzelaktien heran, indem du dich über die jeweiligen Unternehmen informierst, die für dich infrage kämen. Tipp: Setze aber nicht alles auf eine Karte. Beimischung ist hier das Stichwort.

Typ – Die Zockerin

Zocken, ein Attribut, das vor allem Männern zugeschrieben wird, doch auch manche Frauen verfügen über eine kleine oder größere Zocker-Ader. Auch daran ist nichts falsch, allerdings muss man sich hier über die Konsequenzen im Klaren sein. Beim Zocken ist das Risiko groß, Geld zu verlieren. Allerdings kann man auch einiges gewinnen, wenn es gut läuft. Das erfordert allerdings Recherche und schnelle Reaktionsfähigkeit. Zocken ist also nichts für nebenbei und eher etwas für diejenigen mit genügend Fuck-You-Money.

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Wie kaufe ich ETFs?

Alle reden momentan von ETFs. Du willst auch loslegen? Die Finanzexpertin Anja Ciechowski klärt im Interview die Frage „Wie kaufe ich ETFs?“ auch als blutige Anfängerin.

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Vorteile von Fonds und Aktien

Wer breit streut, hat ein geringeres Risiko

Der Vorteil von Fonds:
Das Geld wird in zahlreiche Unternehmen weltweit gestreut, die Durststrecke einer Aktie kann durch das Hoch einer anderen ausgeglichen werden. Fonds sind also eine gute Alternative für Anfänger:innen. Hier gilt es zwischen aktiv gemanagten Fonds und ETFs (Exchange Traded Funds) zu unterscheiden. Ein ETF bildet die Wertentwicklung eines Indizes nach. Kauft man also einen ETF, entwickelt sich der ETF entsprechend seines Indizes – mit allen Höhen und Tiefen. Steigt der DAX, steigt auch der Wert des ETF. Fällt der DAX, fällt auch der Wert des ETF. Ein ETF bildet quasi automatisch die Werte in einem Index nach. Einen detaillierten Blick auf ETFs, was genau das ist wie sie funktionieren, liest du hier.

Die Vorteile von Aktien:

Risiko bedeutet auch die Chance auf mehr Rendite. Finanzexpertin Hava Misimi findet es schade, dass der Begriff Risiko negativ behaftet ist. „Er bedeutet ja gleichzeitig auch eine Chance auf mehr Rendite.“  Klares Ziel: Aktien kaufen, wenn die Preise niedrig sind, und sie verkaufen, wenn sie hoch sind. Außerdem kann man mit Aktien, die Dividenden zahlen, Geld verdienen, ohne dass man Anteile verkaufen muss. Sind börsennotierte Unternehmen profitabel, geben einige von ihnen einen Teil ihres Gewinns in Form von regelmäßigen Dividenden an die Aktionär:innen zurück.

Nachteile von Fonds und Aktien

Einzelaktien erfordern Aufmerksamkeit

Zu Einzelaktien rät Finanzberaterin Hava Misimi nur Anleger:innen, die bereits Erfahrung mit Aktien haben und die Spaß daran haben, sich in ihrer Freizeit mit dem Thema zu beschäftigen. „Dafür muss man sich wirklich fundiertes Wissen aneignen, dazu bedarf es einiger Zeit – es ist aber nicht unmöglich.“

Keine Zeit dafür? Sei ehrlich, wie viel Zeit verbringst du auf Instagram und Co. für Inhalte, die dich nicht weiterbringen? Knapse davon 15 Minuten täglich für ein bisschen frisches Finanzwissen ab – du wirst es nicht bereuen, selbst wenn du nicht in Einzelaktien sondern Fonds investieren möchtest. Empfehlung von Hava Misimi: „Einzelaktien lieber nur als Risiko-Beimischung in einem breitgestreuten Portfolio.“

Ein/e Fondsmanager:in kostet Geld

Die Methode mit der Einkaufsliste ist mit dem ETF zu vergleichen:
Der/die Fondsanbieter:in kauft für die Anlegerin Aktien dieser vordefinierten „Einkaufsliste“ – also dem Index, der idealerweise die ganze Welt abbildet, wie beispielsweise ein All World Index. Bei aktiven Fonds beobachten die Fondsmanager:innen und deren
Analyst:innen die Aktien im Fonds dauerhaft und können diese, sollte es bergab gehen, zeitnah abstoßen. So ein/e Fondsmanager:in kostet aber natürlich auch Geld. Hava Misimi hält das Investieren in aktive Fonds in zwei Fällen für ratsam: Ein/e Fondsmanager:in kann in Krisensituationen schneller reagieren, deshalb können sich aktive Fonds insbesondere dann eigenen, wenn nicht für ein langfristiges Ziel gespart werden soll. Beispielsweise vier bis fünf Jahre. ETFs zahlen sich vor allem auf lange Sicht aus, da muss man schlechtere Zeiten an der Börse dann aussitzen können.“

Aktive Fonds seien außerdem geeignet, wenn es jemandem wichtig ist, das Geld thematisch anzulegen. „Wem es wichtig ist, wirklich nachhaltig anzulegen, der ist bei ETFs an der falschen Adresse. Natürlich kann man auch dort Unternehmen ausschließen, zum Beispiel solche, die in der Rüstungsindustrie tätig sind. Aber wirklich nachhaltige Unternehmen zu finden, das klappt aktuell besser mit einem Fondsmanager. Die können eigene Nachhaltigkeitskriterien anlegen und die Unternehmen anhand dieser deutlich besser scannen und zusammenstellen.“
Tipp: Ökosiegel wie das FNG-Siegel helfen uns dabei, nachhaltige Finanzprodukte schneller zu erkennen.

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ETFs - die Empfehlung für Einsteiger:innen

Börsenexpertin Cornelia Frey empfiehlt für den Börseneinstieg ETFs. Die sind ein geeignetes Vehikel, um erste Erfahrungen zu sammeln und in einen langfristigen Vermögensaufbau zu investieren. Auch sie selbst investiert in ETFs – sowohl für sich als auch für ihre beiden Kinder geht jeden Monat ein fester Betrag in dieses „Produkt für jedermann“, wie sie es bezeichnet. Bei Privatanlegern werden ETFs immer beliebter, wegen des geringen Aufwands und der niedrigschwelligen Startinvestitionen. Frey: „Viele Banken bieten inzwischen Sparpläne schon ab 25 Euro pro Monat an: Man bekommt eine Geldanlage, um die man sich kaum kümmern muss, für eine niedrige Verwaltungsgebühr. Diese Kombination bringt Vorteile für viele Anleger:innen.“ Für ein ausgewogenes Depot aus Einzelaktien sei ein gewisses Startkapital erforderlich, während es mit ETFs schon mit einem sehr geringen Budget möglich sei, breit gestreut am Finanzmarkt teilzuhaben.
„Wenn ich eine Einzelaktie für 25 Euro kaufe, liegen die Kosten möglicherweise bereits über meinem Invest.“ Dennoch möchte die Börsianerin Frauen ermuntern, sich ein bisschen an das Thema Börse heranzutasten. „Es ist wirklich spannend“, verspricht sie. Zum Einstieg empfiehlt sie Aktienclubs für Frauen. Hier bei uns in der Nähe von Stuttgart gibt es zum Beispiel die Dagobertas. Die Frauen tun sich zusammen, schauen sich Unternehmen gemeinsam an, debattieren und investieren.“

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