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© Sofieke van Bilsen

Hava Misimi: So geht Money Kondo!

Ordnung ist bei unseren Finanzen genauso wichtig wie in den eigenen vier Wänden – davon ist Finanzexpertin und Autorin Hava Misimi überzeugt. Deshalb hat sie das Buch "Money Kondo" geschrieben. Im finanzielle-Interview erklärt sie, welche Vorteile das Ordnen der eigenen Finanzen hat und wie uns das allen gelingen kann.

Hava Misimi, die Marie Kondo der Finanzwelt

Hava Misimi ist Bloggerin, Fintech-Expertin und Finanz- und Versicherungsberaterin. Seit 2018 bloggt die 27-Jährige über Finanzen und schreibt „für junge Leute, ganz einfach und ohne komplizierten Fachjargon“. In ihrem Buch „Money Kondo“, das 2021 erschien, erklärt sie, wie man die weltberühmte „KonMari“-Methode der Ordnungsexpertin Marie Kondo auf seine Finanzen anwendet und warum das jede:r tun sollte.

finanzielle: Du hast ein Buch über Ordnung bei den Finanzen geschrieben – was bedeutet Ordnung und Aufräumen denn im Zusammenhang mit Finanzen?

Hava Misimi: Es beinhaltet einige Aspekte, seine Finanzen ganzheitlich in eine Struktur zu bringen und die eigenen Finanzen langfristig zu planen. Dabei berücksichtigt man einige Aspekte wie beispielsweise die richtigen Ziele zu setzen, richtiges Sparen, Absicherung und Investitionsmöglichkeiten – die je nach Lebensphase sehr verschieden ausfallen können

Wo beginnt man am besten, seine Finanzen zu sortieren – was sind die wichtigsten (ersten) Schritte?

Oft hindert uns unser Mindset dabei, sich überhaupt mit dem Thema Geld zu beschäftigen. Es hilft also, die eigenen Gedanken mal so richtig zu entrümpeln: Gedanken wie „Geld ist die Wurzeln allen Übels“ positiv zu übersetzen in: „Geld hilft mir, meine Lebensziele zu erreichen und diese mit anderen zu teilen“ Danach ist es viel einfacher, sich Ziele zu setzen. Denn mit Zielen gelingt eine Finanzplanung deutlich besser. Altersvorsorge sollte für alle ein Ziel sein – aber darüber hinaus, was wünschst man sich von seinem Leben? Für den einen mag es das Traumhaus sein, für den anderen ein Van oder ein zweites Studium. Das ist sehr individuell. Wenn man das gemacht hat, geht es ans Eingemachte: Richtige Absicherungsformen und kluge Investitionen, um seine eigenen Ziele schneller und einfacher zu erreichen.

Seine Wohnung muss man regelmäßig putzen, damit man gut in ihr leben kann – auch seine Finanzen muss man in Ordnung halten. In beiden Fällen fehlt vielen Menschen dafür die Motivation – wie kann man sich selbst aufraffen, das Thema (immer wieder) anzugehen?

Wenn man einmal seine Finanzen komplett aufgeräumt hat ist es sehr wichtig dranzubleiben. Denn die eigene Welt dreht sich weiter – man bekommt Kinder, zieht um, neuer Job oder auch unschöne Dinge wie Krankheiten müssen in der Finanzplanung neu adjustiert werden. Genauso dreht sich die Finanzwelt weiter. Vor 15 Jahren war der Bausparvertrag noch eine tolle Möglichkeit, Geld fürs Eigenheim zu sparen – heute ist das nicht mehr so. Deshalb sollte man, so wie es Marie Kondo auch immer macht, immer mal wieder ein wenig aufräumen und auszumisten, um nicht nach 5 Jahren wieder in einem Großputz enden zu müssen. So freut mich sich langfristig nämlich über die eigenen aufgeräumten Finanzen. Ich würde generell versuchen, das Aufräumen mit etwas Positivem zu verbinden, an die eigene Freiheit zu denken und an das Gefühl „danach“ – was man ja oft hat, wenn man beispielsweise den Kleiderschrank aufgeräumt hat.

Ist es Faulheit oder sind es Glaubenssätze, die häufig dafür sorgen, dass Menschen sich nicht um ihre Finanzen kümmern wollen?

Ich glaube eine Mischung aus beidem. Glaubenssätze hindern uns oft daran und lange Arbeitstage, Familie und Co. machen es im Alltag nicht so einfach, sich Zeit freiräumen. Einmal aufgeräumt, funktioniert aber fast alles wie von selbst. Da gibt es einen Spruch, den ich sehr gut finde: Manchmal hilft es mehr, eine Stunde über Geld nachzudenken, als eine Stunde für Geld zu arbeiten.

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Gibt es Routinen, die du für den „finanziellen Putzplan“ empfiehlst?

Ja, unbedingt: Regelmäßiges Check-Up – ich würde sagen einmal jährlich beispielsweise für Themen wie Portfolio-Rebalancing, Versicherungschecks & Co. Und natürlich die verschiedenen „Money Kondo“-Methoden. Beispielsweise sagt Marie Kondo, man soll für alle Dinge einen Ort finden und diese nach Gebrauch zurückstellen. Das kann man adaptieren: Regelmäßiges Sparen in beispielweise Sparplänen erleichtert das Aufräumen viel mehr, als wenn ich immer große Einmalbeträge anspare und mir dann mehr Zeit blocken muss, um darüber nachzudenken, wie ich dieses Geld klug investiere. 

Wie handhabst du das selbst? Hast du Tricks und Tipps und Tools, die einem dabei helfen können, das Thema anzugehen?

Ja, ich nutze ein Haushaltsbuch und für mein Portfoliotracking Morning Star. Zudem habe ich einen monatlichen Blocker in meinem Terminkalender, der für mich und mein „Money Date“ genutzt wird. Außerdem versuche ich viel zu automatisieren über Sparpläne und auch regelmäßig die Summen anzupassen. Um mich zu motivieren, setze ich mir verschiedene Ziele, die ich immer in meinem Geldbeutel dabeihabe – so werde ich täglich daran erinnert. 

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