Bunte Macarons: Was ist Portfolio-Diversifikation?
Pablo Merchán Montes / Unsplash

Portfolio-Diversifikation: Was ist das?

Diversifikation ist das A und O bei der Geldanlage. Doch auf welche Geldanlage setzt man am besten und minimiert das Risiko? Wir erklären Portfolio-Diversifikation!

Risiko minimieren und mischen!

Eine der wichtigsten Börsenregeln gibt es gleich in mehrfacher Ausfertigung. Sie lauten: 

Niemals nur auf ein Pferd setzen! 

Nicht alle Eier in einen Korb legen! 

Das bedeutet im Grunde dasselbe: Diversifikation ist wichtig! Doch wie geht so eine Portfolio-Diversifikation denn eigentlich? Wir erklären die wichtigsten Punkte. 

Was ist Diversifikation?

Diversifikation bedeutet für dich als Anleger:in, dass du dein Geld nicht bloß in ein einziges Finanzprodukt steckst, sondern auf unterschiedliche Anlageformen und Anlageklassen, Branchen und Regionen verteilst. Damit reduzierst du dein Risiko. Denn wenn es zum Beispiel in einer Branche oder einer Anlageklasse mal schlecht läuft, bist du auch noch in anderen Bereichen investiert, die davon womöglich nicht betroffen sind. 

Also: Nicht alles auf ein Pferd setzen.

Aber welche Pferde kommen in Frage? 

Möglichkeiten der Portfolio-Diversifikation

Aktien

Mit einer Aktie gehört dir ein kleiner Teil des Unternehmens. Du bist also Anteilseigner:in. Geht es dem Unternehmen gut, steigt der Wert des Unternehmens und damit der Aktienkurs. Als Aktionär:in kannst du Kursgewinne verbuchen und dich vielleicht auch über Ausschüttungen, sogenannten Dividenden freuen. 

Aktien gelten als renditeträchtige Anlageklasse und damit als Motor im Depot. Allerdings sind sie auch vergleichsweise riskant. Die Kurse können stark schwanken. 

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Anleihen

Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere. Mit einer Anleihe leihen sich ein Staat oder ein Unternehmen Geld. Als Anleger:in bekommst du jährlich eine bestimmte Zinszahlung und zu einem vorab festgelegten Termin die Rückzahlung des Nennwertes. Grundsätzlich gelten Anleihen als relativ sichere Geldanlage. Die Kursschwankungen fallen geringer aus als bei Aktien, die Rendite allerdings auch. 

Anleihen werden häufig als Gegenspieler zu Aktien gesehen. Das zeigt sich besonders in unruhigen Phasen am Aktienmarkt: Dann wollen viele ihre Aktien verkaufen und lieber in sicherere Anlageklassen investieren, zum Beispiel in Anleihen. Deshalb sind Anleihen in solchen Situationen sehr gefragt und ihre Kurse steigen. Auf diese Weise können Anleihen auch in deinem Depot für einen Ausgleich zu Kursverlusten bei Aktien sorgen.

Wer in Anleihen investieren möchte, sollte unbedingt die Ratings anschauen. Das sind Bewertungen von spezialisierten Ratingagenturen, die die Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Staaten bewerten. 

Rohstoffe

Direkte Investitionen in Rohstoffe sind für Privatanleger:innen kaum möglich – mit Ausnahme von Gold. Für die übrigen Rohstoffe wie zum Beispiel Öl, Gas, Kupfer, Baumwolle gibt es Rohstoff–ETFs oder Rohstoff-ETCs (Exchange Traded Commodities). ETCs bilden die Wertentwicklung einer einzelnen Rohstoffklasse ab. 

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Gold

Das Edelmetall gilt als sicherer Hafen in Krisenzeiten. Für viele Börsenprofis gehört es neben Aktien und Anleihen zur Grundausstattung. Das kann vor allem in Situationen hilfreich sein, in denen das Gegenspiel zwischen Aktien und Anleihen nicht mehr funktioniert. Das passiert, wenn die Unsicherheit so groß ist, dass viele Investor:innen ihr Geld komplett von der Börse abziehen. Dann brechen die Kurse von Aktien und Anleihen ein. Dafür steigt oftmals der Goldkurs. 

Der Rohstoff Gold hat ganz besondere Eigenschaften: Es ist physich vorhanden, man kann es anfassen. Anderes als Papiergeld kann es nicht beliebig vermehrt werden, es gibt nur begrenzte Mengen an Gold auf der Welt. Das sorgt dafür, dass das Edelmetall seinen Wert gut bewahren kann. Damit taugt es als Krisenwährung: Es hat Krieg, Wirtschaftsflauten und mehrere Währungsreformen überstanden. Dennoch hat es für Anleger:innen auch Nachteile – welche das sind, erklären wir in unserem Artikel „Du willst in Gold anlegen? Was du jetzt beachten solltest ausführlich. 

Immobilien

Um im Depot noch breiter zu streuen, können weitere Anlageklassen dazu gemischt werden. So haben auch Immobilien, in die man ebenfalls über spezielle Wertpapiere an der Börse investieren kann, einen stabilisierenden Charakter. Aber auch das Eigenheim oder die  Eigentumswohnung sichern dich ab. 

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Kryptowährungen und NFTs

Kryptowährungen und NFTs entwickeln sich dagegen häufig sehr schwankend mit großen Ausschlägen nach oben und unten. Das heißt, sie sind sehr volatil und sie reagieren oft entkoppelt vom restlichen Marktgeschehen.

Geldmarktinstrumente

Der Geldmarkt ist die risikoärmste Assetklasse, heißt es. Darunter fallen zum Beispiel Tagesgeld- und Festgeldkonten

Cash ist also nicht unbedingt verkehrt. Natürlich solltest du keine großen Beträge unter der Matratze verstecken, aber fünf bis zehn Prozent des Vermögens auf einem Tagesgeldkonto sind durchaus eine gute Idee. Dieses Geld kann dein Notgroschen sein. Aktive Anleger:innen schätzen zudem eine Cash-Reserve, um bei Kursstürzen nachkaufen zu können. 

Es gibt auch die Möglichkeit, in Geldmarktfonds zu investieren. Ein solcher Fonds investiert in ein Portfolio aus Geldmarktinstrumenten, also zum Beispiel in Tagesgelder. Auf diese Weise kann die Bank höhere Zinsen für dich erwirtschaften, als sie üblicherweise auf das ersparte Guthaben zahlt. 

Portfolio-Diversifikation mit Fonds

Wer sich nicht selbst einzelne Aktien, Goldmünzen und Bitcoins für sein Depot zusammenkaufen möchte, der kann in Fonds investieren. Und auch da gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Aktiv gemanagte Fonds

Von „aktiv gemanagt“ spricht man, wenn eine Fondsmanagerin oder ein Fondsmanager sich um Auswahl und Handel der Aktien und Anleihen in dem Fonds kümmert. Fondsmanager:innen treffen die Entscheidungen und picken die besten Wertpapiere heraus. Wie die Mischung aussieht, entscheiden sie. 

Passive Indexfonds (ETFs)

Indexfonds sind computergesteuert, deshalb nennt man sie auch passiv. Welche Wertpapiere nämlich in dem Fonds landen, gibt der jeweilige Index vor, dem sie folgen. Wie das funktioniert, kannst du hier nachlesen: Was ist ein Index und was steckt drin? Transaktionen finden nur statt, wenn sich auch am Index etwas ändert. Weil ein Computer das übernimmt – und kein:e Fondsmanager:in – sind die Verwaltungskosten viel geringer. Eine breite Streuung deines Aktieninvestments lässt sich mit Exchange Traded Funds (ETFs) erreichen. Es gibt eine breite Auswahl, die die wichtigen Börsenindizes weltweit abbilden.

Mischfonds

Wenn es um Diversifikation geht, können Mischfonds eine gute Alternative sein. Denn sie bringen den Mix verschiedener Anlageklassen schon mit. In ihnen stecken zum Beispiel Aktien und Anleihen. Je nach Ausgestaltung und Aktienanteil sind diese Mischfonds mal risikofreudiger (hoher Aktienanteil) und mal defensiver (geringer Aktienanteil) aufgestellt. Es gibt sie als aktiv gemanagte Fonds wie auch als passive Indexfonds (ETFs).

Jede:r Anleger:in sollte sich um eine breite Streuung seiner Geldanlage bemühen – schon um Risiken zu minimieren. Welche Mischung zu dir passt, hängt auch davon ab, wie groß das Risiko sein darf, das du beim Investieren eingehen möchtest, welche Renditeerwartungen du hast und wie alt du bist. Starke Schwankungen lassen sich nämlich zum Beispiel besser verkraften und gleichen sich eher wieder aus, wenn du noch am Anfang deines Berufslebens stehst und es bis zur Rente noch lange hin ist. 

Die perfekte Portfolioallokation gibt es nicht. Sie kann nur möglichst gut zu dir passen.  

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© Marcus Witte
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