Globus: Was ist ein Index?
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Was ist ein Index und was steckt drin?

DAX, S&P 500, Nikkei oder EuroStoxx – was nach Buchstaben-Salat klingt, bewegt die Börsen. Diese Abkürzungen und Begriffe bezeichnen Indizes. Was ein Index ist, wie er sich zusammensetzt und welche Indizes für dich wichtig sind – das erklären wir hier.

Was ist ein Index?

Ein Index ist eine Kennzahl: An dieser Kennzahl lässt sich die durchschnittliche Wertentwicklung bestimmter Wertpapiere, die zu dem Index gehören, ablesen. Das können zum Beispiel Aktien oder Anleihen sein. Steigt der Wert aller oder auch einzelner Titel, steigt auch der Gesamtwert des Index und umgekehrt.

Ein Index ist somit eine Art Messinstrument. Man spricht auch von einem Börsenbarometer, das zum Beispiel Einzelwerte einer bestimmten Branche, einer geografischen Region oder auch einer Mindestgröße (Börsenwert) in einem Index zusammenfasst. Deren Gesamtwert und die Entwicklung kann dann über Wochen, Monate und Jahre nachvollzogen werden.

Ein Index ist immer in Bewegung

Wenn du dir mal den Chart eines Index anschaust, zum Beispiel den deutschen Aktienindex DAX, bekommst du ein Gefühl für die Entwicklung eines Index. Du wirst sehen, dass du bei einem Zeitraum von einer Woche nicht viel erkennen und ableiten kannst. Vergrößerst du aber den Zeitraum auf mehrere Monate oder besser noch Jahre, wirst du ein Gesamtbild erkennen. Du wirst sehen, dass sich der Index sehr zackig hin und her bewegt. In wirtschaftlichen Hochphasen oder bei Börseneinbrüchen gibt es ein paar größere Ausschläge nach oben oder unten. Über die Jahre bewegt sich der Indexwert aber meist stetig nach oben, was zeigt, dass der Wert langfristig steigt. 

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Was ist in einem Index drin?

Wie viele Wertpapiere in einem Index vereint sind, ist sehr unterschiedlich. Es können ein Dutzend Titel oder auch Tausende sein. Der deutsche Aktienindex DAX – der hierzulande bekannteste Index – beinhaltet beispielsweise seit September 2021 die 40 größten und finanzstärksten Unternehmen Deutschlands, bis September 2021 waren es die Top 30. Er ist ein Gradmesser für die Aktienkursentwicklung dieser 40 Unternehmen – und damit auch der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands. Im Index MSCI World sind hingegen rund 1600 Unternehmen aus 23 Industrieländern gelistet. Du siehst also, dass die Anzahl von Titeln in einem Index sehr stark variieren kann.

Wie werden Indizes zusammengestellt?

Die Kriterien, nach denen Indexanbieter die Titel für ihre Indizes auswählen, können ebenso unterschiedlich sein wie die Menge der Einzelpositionen. Oft spielt die Region (z.B. Europa), die Branche (z.B. die Pharmaindustrie) oder die Größe eines Unternehmens (z.B. Umsatz größer als eine Milliarde Euro) und Kombinationen daraus eine Rolle. Ein Index könnte zum Beispiel nur Pharmaunternehmen aus Europa listen, ein anderer die weltweit umsatzstärksten Industrieunternehmen und ein dritter spiegelt vielleicht die Wertentwicklung aller Unternehmen, die mehr als 50 Prozent Frauen in Führungspositionen haben, wider.

Wer stellt einen Index zusammen?

Im Grunde könntest auch du einen Index nach deinen eigenen Kriterien aufsetzen. Aber so leicht ist es natürlich dann doch nicht. Denn man braucht natürlich die entsprechenden Tools und vor allem unzählige Daten der Unternehmen, die man aufnehmen und in dem Index auflisten möchte. Es gibt daher einige große Indexanbieter, die das professionell erledigen. Der größte und bekannteste ist MSCI (Morgan Stanley Capital International). Das ist ein US-Finanzdienstleister, der internationale Indizes mit großen Researchteams zusammenstellt – beispielsweise den MSCI World, Weitere Anbieter sind zum Beispiel die Ratingagentur Standard & Poor`s, die unter anderem den Index S&P 500 zusammenstellt. Für den DAX übernimmt diese Aufgabe der Anbieter Qontigo.

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Was macht ein Indexanbieter?

Ein Indexanbieter legt die Kriterien fest, die für die Aufnahme in den Index gelten. Diese Auswahl wird dann ständig überprüft. Erfüllt ein Unternehmen ein Kriterium nicht mehr, weil es zum Beispiel weniger Umsatz macht, fliegt es aus dem Index und wird durch ein nachrückendes Unternehmen ersetzt.

Welche verschiedenen Indizes gibt es?

Abgesehen von Indizes auf Aktien oder Anleihen gibt es auch solche, die auf andere Anlageklassen setzen, beispielsweise auf Rohstoffe oder Währungen. Es gibt zudem speziellere Indizes auf bestimmte Kennzahlen. Also Indizes, die etwa die Entwicklung von Immobilienpreisen oder auch die Inflationsrate abbilden. Für dich als langfristig orientierte Privatanlegerin sind aber eher die klassischen Indizes auf Aktien interessant.

Kann man in einen Index investieren?

Die klare Antwort lautet nein! Ein direktes Investment in einen Index ist nicht möglich. Aber es gibt bestimmte Finanzprodukte, die Indizes abbilden und mit denen du als Privatinvestorin dein Geld anlegen kannst. Dazu zählen zum Beispiel ETFs (Exchange Traded Funds). Für dich als Anlegerin dient ein Index also in erster Linie als Barometer, um den Wert und die Entwicklung einzelner Branchen und Märkte nachvollziehen und abschätzen zu können. So kannst du auch entscheiden, ob ein ETF auf einen bestimmten Index sinnvoll wäre und du eine Wertsteigerung erwarten kannst oder eher nicht. Denn ein ETF bildet in der Regel einen Index, zum Beispiel den MSCI World, nach. Die Wertentwicklung eines ETFs folgt also der Wertenwicklung des Index, den er abbildet.

Für professionelle Fondsmanager:innen ist ein Index indes eher eine Vergleichsgröße, um die eigene Anlagestrategie bewerten und die Titelauswahl für einen gemanagten Fonds überprüfen zu können.

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Welche sind die bekanntesten Indizes?

Jedes Land hat seinen eigenen Leitindex und neben den großen Indizes gibt es unzählige kleine und auch winzigste Nischen-Indizes, die für dich als Privatinvestorin aber kaum eine Rolle spielen. Der für dich vielleicht wichtigste Index ist auch gleichzeitig der weltweit bekannteste: der MSCI World mit 1600 börsennotierten Unternehmen aus 23 Industrienationen. Der MSCI Emerging Markets Index repräsentiert 26 Schwellenländer, wie China, Indien, Südkorea oder Brasilien. Der MSCI All Country World Index enthält rund 8500 Unternehmen aus Industrie- sowie Schwellenländern und berücksichtigt auch kleinere Unternehmen.

Der wichtigste deutsche Aktienindex ist der DAX. Mit seinen 40 größten, börsennotierten Unternehmen des Landes ist er der Leitindex für die deutsche Wirtschaft. Zudem gibt es hierzulande unter anderem noch den TecDAX (die 30 größten, börsennotierten Technologiekonzerne der Republik) sowie den MDAX (die 50 größten deutschen Unternehmen nach den DAX-Konzernen) und den SDAX (70 sogenannte Small Caps, kleinere Unternehmen, die auf die MDAX-Unternehmen folgen).

Der STOXX Europe 600 repräsentiert die europäische Wirtschaft mit den 600 größten, börsennotierten Unternehmen Europas. Der FTSE 100 beinhaltet die 100 größten, an der London Stock Exchange gelisteten Unternehmen. Und der CAC 40 ist der Leitindex Frankreichs.

Weltweit ist der Dow Jones einer der bekanntesten und auch ältesten Indizes. Er listet die 30 größten US-Unternehmen. Der S&P 500 repräsentiert die 500 größten US-Konzerne, der Nikkei 225 ist der japanische, der Shenzhen Composite Index der chinesische Leitindex.

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