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So verstehst du Börse!

Mal ehrlich, wie reagierst du, wenn der Begriff Börse fällt? Denkst du an schreiende und wild gestikulierende Händler? Unkontrollierte Zockerei? Und nur Männer in grauen Anzügen sind Experten, die verstehen, was da passiert? Falsch! Die ersten Börsen-Basics hast du nach diesem Artikel locker drauf.

Das Wichtigste zuerst: Börse ist nur ein anderer Begriff für Marktplatz. Allerdings werden auf diesem Markt eben nicht Äpfel, Birnen und Kartoffeln gehandelt, sondern Aktien, Anleihen und Fonds. Unternehmen „gehen an die Börse“, um sich im Tausch gegen Unternehmensanteile Kapital zu beschaffen. Dieser Markt ist reguliert und beaufsichtigt. Also keine unkontrollierte Zockerei.

Nice to know

Warum es Börse heißt? Die einen sagen, der Begriff leitet sich vom niederländischen „de beurs“ für Geldbeutel ab. Andere führen an, dass der erste Handelsplatz in Brügge von der Kaufmannsfamilie „van ter Beurze“ betrieben wurde.   

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Börse bezeichnet sowohl das Gebäude als auch die Handelstätigkeit. Die größte Börse Deutschlands sitzt am Börsenplatz 4 in Frankfurt am Main. Hier treffen Käufer:innen und Verkäufer:innen von Aktien aufeinander. Natürlich steht nicht jede:r potentielle Aktionär:in persönlich auf dem sogenannten Börsenparkett, sondern leitet seinen oder ihren Auftrag über seine oder ihre Bank weiter. Kauf- und Verkaufsaufträge werden dann von Makler:innen an der Börse Frankfurt oder über das Börsenhandelssystem Xetra ausgeführt.

Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, auch Kurs genannt. Eine erhöhte Nachfrage führt zu steigenden Kursen. Das kannst du dir vereinfacht vorstellen wie einen Bieterkampf auf Ebay. Jede:r bietet einen Euro mehr, um das tolle Kleid zu ergattern. Andersherum fallen die Kurse, wenn mehr Marktteilnehmer:innen ihre Anteilscheine verkaufen möchten.

Börsensprech zum Mitreden

Auf der Kurstafel werden zwei Kurse gezeigt, der niedrigere Geldkurs (engl. Bid) und der etwas höhere Briefkurs (engl. Ask). Die Differenz zwischen beiden nennt man Handelsspanne (engl. Spread). Kaufst du eine Aktie, orientierst du dich am Briefkurs. Das ist der Preis, zu dem Marktteilnehmer*innen gerade bereit sind, die Papiere zu veräußern. Umgekehrt ist der Geldkurs relevant, wenn du deine Aktien verkaufen willst.

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Für die meisten ist Börse das, was jeden Abend im Fernsehen gezeigt wird: ein zweistöckiger Saal mit weißen, runden Handelsschranken, auch Pits genannt. Die waren übrigens in den neunziger Jahren noch rot, aber auch damals schon keine reine Männerwelt mehr. Die Chefhändlerin beim Arbeitgeber der Autorin etwa war eine toughe Frau, vor der so mancher zitterte. Aber zurück zu dem, was du kennst: Blau leuchtende Anzeigetafeln zeigen nicht nur Kurse, sondern auch eine bekannte Kurve, den DAX®. In den Deutschen Aktien Index sollst du investieren, heißt es aktuell in der Presse. Wegen der Niedrigzinsen.

Was ist der DAX eigentlich?

Aber dazu wäre es erst mal gut zu wissen, was das eigentlich ist, oder? Der Aktienindex DAX 40® setzt sich aus 40 Einzelaktien der größten deutschen Unternehmen zusammen. Von A wie Adidas bis Z wie Zalando findest du in diesem Leitindex alle bekannten Titel der ersten Börsenliga. Dabei sind die Werte unterschiedlich gewichtet. Die sogenannte Marktkapitalisierung in Euro, also die Summe aller frei gehandelten Aktien, ist ausschlaggebend. So kommt der Softwareriese SAP ebenso auf einen zehnprozentigen Anteil wie der Industriegashersteller Linde. Kleinere DAX®-Kandidaten wie der Triebwerkhersteller MTU oder der Bayer-Ableger Covestro bringen es lediglich auf ein halbes Prozent. Steigen die Kurse der einzelnen Aktien, so steigt auch der Index. Eine positive Entwicklung bei SAP verleiht dabei dem Index logischerweise mehr Aufwind als ein guter Handelstag für Covestro.

Die Kurve auf der Anzeigetafel zeigt die Entwicklung von rund 80 Prozent des am deutschen Markt notierten Aktienkapitals an. Insofern wirst du häufig den Begriff Börsenbarometer hören. Wie eine Fieberkurve gibt der Kursverlauf Auskunft über die Temperatur am Markt. Und zwar von morgens um kurz nach neun, wenn der Aktienhandel und damit die Indexberechnung beginnt, bis abends um halb sechs. Die Berechnung erfolgt „tickgenau“ und wird veröffentlicht. Das kannst du leicht verfolgen, auch ohne Expert:innenwissen. Insofern, trau dich und wage den nächsten Schritt zum DAX®-Investment!

Hilfreiche Seiten:

Online:   „So funktioniert die Börse“ von der Deutschen Börse AG

Video:    „Börse und Aktien in 10 Minuten verstehen“ von Finanzfluss

Podcast:    „Was ist der DAX?“ von Wirtschaft einfach erklärt

Buch:    „Der Börsenführerschein“ von Beate Sander: Hier haben wir noch mehr spannende Finanzbücher für dich!

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