Konfetti: Wird Krypto Mainstream?
Anna Shvets

Bitcoin für alle: Wird Krypto zum Mainstream?

Krypto ist immer noch der Megatrend der Investmentwelt – und stark umstritten. Sollten Anleger:innen wirklich auf den Hype aufspringen?

Man kann nicht sagen, dass Ana Sarda Rodrigues schon immer eine versierte Anlegerin gewesen wäre. Im Ge­genteil: Bis vor wenigen Jahren wagte sie sich nicht ein­ mal an Aktien heran. Heute sieht das anders aus. „Inves­tieren ist für mich von einem kleinen zu einem großen Hobby geworden“, sagt sie. Das Herzstück ihres Port­folios bilden Kryptowährungen – ausgerechnet: Digitale Münzen gelten als besonders riskantes Investment. Ana hat damit jedoch überwiegend gute Erfahrun­gen gemacht. Richtig gute sogar. „Ich habe einen Haufen Bitcoin gekauft, als der Kurs zwischen 1000 und 2000 Dollar stand“, erzählt sie. Das ist nicht einmal fünf Jahre her. Heute ist die wichtigste Kryptowährung der Welt ein Vielfaches wert – und das Portfolio von Ana Sarda Rodrigues ebenfalls. Wie viel genau, will sie nicht verraten. Aber sie hat von ihren
Kursgewinnen ein Haus gekauft.

Die gebürtige Brasilianerin, Di­gitalmanagerin beim Energiekon­zern Eon, hat Wirtschaft studiert. Als Wirtschaftswissenschaftlerin habe
sie Bitcoin interessant gefunden und deshalb zugegriffen, sagt sie. Heute umfasst ihr Kryptoportfolio auch Währungen wie Ether und Cardano. Ein kleiner Teil ihres Gelds steckt in Wetten auf neue Kryptoprojekte wie das Kreditportal Nexo. Ana nennt diese Investments „Lottoscheine“: „Ich riskiere sehr wenig, aber die Gewinne könnten enorm sein“, sagt sie. Bei der Kryptobörse Etoro können Anle­ger:innen ihre Strategie kopieren. Die Hobbytraderin ist dort unter @nintingale zu finden.

Atemberaubender Zuwachs macht Krypto so interessant

Krypto ist seit längerem Trend in der Investmentwelt. Die Wertsteigerungen einzelner Währungen sind enorm, der Markt hat sein Potenzial nach Ansicht vieler Fachleute nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft. Mit dieser Entwicklung hat vor zwölf Jah­ren wohl kaum jemand gerechnet. Damals, im Jahr 2009, erblickte der Bitcoin das Licht der Welt: die erste, größte und wichtigste Kryptowährung, erfunden von einer bis heute nicht identifizierten Person mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto. Die Idee: ein anonymes, nicht von Regierungen oder Zentralbanken kontrolliertes, digitales Zahlungsmittel. Möglich wird das durch die Blockchain. Bei dieser Technologie hinter Bitcoin und anderen Kryptowährungen handelt es sich, simpel ausgedrückt, um eine Kette aus Datensätzen, auf der alle Transaktio­ nen einer Währung gespeichert werden, fälschungssicher und transparent.

Als Zahlungsmittel haben sich Kryptowährungen bislang nicht auf breiter Front durchgesetzt, auch wenn immer mehr Unternehmen Bitcoin akzeptieren. Bei In­vestor:innen sind die digitalen Münzen dafür umso be­liebter. Ihre Wertzuwächse sind teils atemberaubend: Im Jahr 2011, rund zwei Jahre nach seiner Einführung, war ein Bitcoin zum ersten Mal einen US-­Dollar wert. Im April dieses Jahres kletterte der Kurs vorüberge­hend auf mehr als 60.000 Dollar pro Münze. Marktbe­obachter:innen halten es für möglich, dass diese Marke in nicht allzu ferner Zukunft noch übertroffen werden könnte. Auch andere Kryptowäh­rungen, beispielsweise Ether, die Nummer 2 auf dem Kryptomarkt, verzeichnen beeindruckende Wert­steigerungen.

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Ist der Hype um Krypto berechtigt?

Doch nicht alle sind überzeugt von den Cyberdevisen. Die Kritik, die di­gitalen Münzen seien nicht mehr als eine Luftnummer, ertönt immer wie­ der. „Sie sollten sich nicht von den Preisanstiegen bekannter Krypto­währungen blenden lassen“, warnte die deutsche Finanzmarktaufsicht
Bafin. Kern des Streits ist die Frage, ob Bitcoin und Co. einen inneren Wert besitzen. Goldschmuck etwa hat durch den Marktpreis des Me­talls, aus dem er gefertigt ist, einen solchen Wert. Krypto­währungen bestünden wegen ihres virtuellen Charakters nur aus heißer Luft, argumentieren Kritiker*innen. Kryp­tofans lassen das nicht gelten. Sie weisen unter anderem darauf hin, dass Geldscheinen auch kein „echter“ Wert innewohnt – diese bestehen schließlich nur aus Papier. Letztlich ist der Streit eher akademisch: Solange Krypto­währungen nachgefragt werden, sind sie jemandem etwas wert – und ihr Preis steigt weiter. 

Ähnlich gespalten wie in der Frage nach dem inneren Wert sind Fachleute bei dem Punkt, ob Anleger:innen beim Kryptohype dabei sein müssen. Bloß nicht, sagen die einen. Das Risiko, sich die Finger zu verbrennen, sei viel zu groß. Die anderen halten dagegen: Wer sich von Kryptos fernhalte, verpasse die wo­ möglich größte Investmentchance aller Zeiten. Denise Duve vom Blockchain­Center der Frankfurt School of Finance gehört zu jenen, die an eine große Zu­kunft von Kryptowährungen glauben. Für umso dramati­scher hält sie es, dass Frauen in der Kryptowelt bislang noch deutlich unterrepräsentiert sind. „Da kommen zwei Bereiche zusammen, in denen Frauen traditionell nicht so stark vertreten sind, nämlich Finanzen und Techno­logie“, sagt die Expertin.

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Wer mit Krypto anfängt, sollte auf Bitcoin und Ether setzen

Frauen sollten sich die Welt der Kryptowährungen zumindest einmal anschauen, um eine informierte Ent­scheidung für oder gegen ein Investment treffen zu kön­nen. Dieses ganze Universum aus zig verschiedenen digi­talen Coins ist zugegebenermaßen nicht leicht zu verstehen. Es gibt mittlerweile mehrere Tausend Devi­sen, und längst nicht alle davon eignen sich als Geldanla­ge. Wer neu ist in der Kryptowelt, sollte sich an die gro­ßen Währungen wie Bitcoin und Ether halten, raten Fachleute. 

„Sie haben im Vergleich zu kleineren Krypto­währungen ein geringeres Risiko“, sagt Susanne Fromm, Chefin der Krypto­-Beteiligungsgesellschaft CoinIX (sie­ he Interview). Mit ihrem Unternehmen investiert sie selbst in Digitaldevisen, darunter Bitcoin, Ether und Pol­kadot. „Ich gehe davon aus, dass der Markt weiterwach­sen und langsam, aber sicher zum Mainstream wird. Und ich bin fest davon überzeugt, dass es sich für Frauen lohnt, sich mit dem Thema Blockchain und Kryptowäh­rungen zu beschäftigen“, sagt Fromm. Welche Kryptowährungen auf lange Sicht zu den Aufsteigern gehören und welche wieder in der Versen­kung verschwinden, lässt sich kaum vorhersagen.

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© Marcus Witte
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