Bitcoin-Münze: Was ist Bitcoin?
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Was ist Bitcoin?

Bitcoin ist die älteste und weltweit führende Kryptowährung. finanzielle-Autorin Theresa von Rehlingen-Prinz führt uns durch den Krypto-Dschungel und erklärt, was Bitcoin ist und warum es so eine clevere Investition sein kann.

Krypto? Bitcoin? Was ist das überhaupt?

Bitcoin ist vielen ein Begriff, doch das Wissen endet oft auch schon beim Namen. Um Bitcoin zu erklären, sollte ich vielleicht erst einmal damit beginnen, was es nicht ist: Bitcoin ist keine beliebige Kryptowährung, keine Umweltsau, kein Schneeballsystem, keine unseriöse Internetwährung, und nein, es nutzen auch nicht nur Kriminelle. Inzwischen ist Krypto sogar schon Mainstream.

Die Geschichte von Bitcoin

Bitcoin wurde von einer Person oder Gruppe unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto ins Leben gerufen. Das Konzept von Bitcoin wurde in einem Whitepaper mit dem Titel „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“ vorgestellt. Das Bitcoin-Netzwerk mit der eigenen Währung bitcoin ging am 03. Januar 2009 live.

Sicherheit, Energieverbrauch und Funktionsweise

Bitcoin stützt sich auf einen Konsens-Mechanismus namens Proof-of-Work (PoW). Es ist ein dezentrales Netzwerk von Computern (Nodes, die Transaktionen validieren und Miner, die Transaktionen verifizieren), die ein verteiltes Hauptbuch (sogenannte Blockchain) führen. Miner müssen als Sicherheitsmechanismus Energie aufbringen, um Transaktionen zu validieren. Der dezentrale Charakter des Netzwerks und der Konsens-Mechanismus stellen sicher, dass jeder Versuch, die Blockchain zu manipulieren, eine enorme Menge an Rechenleistung erfordern würde und daher praktisch unmöglich ist. Dieser Aufwand ist keine Verschwendung von Energie. Es ist ein Abwehrmechanismus, um die Bitcoin-Blockchain vor Angriffen zu schützen, um das Transaktionsregister unveränderlich zu machen – ohne einer zentralen Autorität vertrauen zu müssen. Wenn man jedoch bedenkt, dass das Bitcoin-Netzwerk theoretisch das gesamte Vermögen der Welt speichern könnte (das globale Vermögen wird 2021 einen Rekordwert von 530 Billionen US-Dollar erreichen), ist es möglicherweise die effizienteste und energiesparendste Art und Weise, die wir Menschen je gefunden haben, um Werte zu speichern.

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Die Eigenschaften von gutem Geld

Gutes Geld sollte bestimmte Eigenschaften haben. Es sollte haltbar, teilbar, prüfbar, fungibel und transportierbar sein sowie als guter Wertspeicher dienen. Im Gegensatz zu Fiat-Währungen wie dem Euro – da die Europäische Zentralbank ständig beschließen kann, mehr Geld in den Umlauf zu bringen – ist das Angebot von Bitcoin endlich. Bitcoin hat ein hartes Limit von 21 Millionen und folgt einem disinflationären Modell, was bedeutet, dass die Anzahl an neu produzierten Bitcoin abnimmt, was dazu führt, dass der Wert, der bereits im Umlauf ist, bei wachsender Adaption und steigender Nachfrage zunimmt. Alle vier Jahre halbiert sich die Anzahl der neu geschürften Bitcoin beim ‘Bitcoin-Halving’.

Derzeit hat Bitcoin eine jährliche Inflationsrate von ca. 1,8 %, die nach dem im April 2024 anstehenden Halving auf 0,9 % sinken dürfte. Darüber hinaus sind viele Bitcoins verloren gegangen und es ist zu erwarten, dass das auch in Zukunft so weitergehen wird. Der fortlaufende Rückgang des endlichen Angebots erhöht den deflationären Druck im Netzwerk. Die Antwort auf die Frage, wie viel Wert ein Bitcoin irgendwann erreichen kann, ist so viel, wie Menschen sich entscheiden, bereits existierende Werte sowie zukünftige entstehende Werte in der Währung zu speichern. Alle bestehenden und neu erarbeiteten Werte könnten theoretisch gespeichert werden. Im Gegensatz dazu besitzen andere beliebte Wertspeicher wie Gold und Immobilien ein elastisches Angebot. Mit steigender Nachfrage kann mehr Gold geschürft oder neues Bauland erschlossen werden. Mit Bitcoin geht das nicht. Es ist das erste absolut knappe Gut, neben der Zeit. Das macht es unter anderem so wertvoll.

Nutzung von Bitcoin weltweit / Institutionelle Nutzung

Das Bitcoin-Netzwerk nutzt Strom, um seine Sicherheitsfunktion zu untermauern. Zusätzlich werden Transaktionen durch kryptografische Verschlüsselungen gesichert. Der private Schlüssel, welcher die Besitzer dazu berechtigt, über Bitcoin zu verfügen, ist dank der starken Verschlüsselung nicht zu knacken. Der Quellcode ist außerdem offen, sodass Schwachstellen schnell identifiziert und weltweit von Entwickler:innen behoben werden können.

Lightning-Protokoll für Schnelligkeit

Aufgrund der enormen Sicherheit der Bitcoin-Blockchain ist ein Geschwindigkeitsproblem entstanden. Die Bitcoin-Blockchain kann nur 7 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten. Für dieses Problem wurde jedoch eine Lösung gefunden: das Lightning Netzwerk. Ein Second-Layer-Protokoll, das auf Bitcoin aufbaut, und keinen eigenen Token oder eine eigene Blockchain hat. Lightning verarbeitet mehr Transaktionen als Visa und Mastercard zusammen – bis zu 1 Million Transaktionen pro Sekunde. Dadurch ist Bitcoin skalierbar.

Nutzung von Bitcoin weltweit

Bitcoin wird weltweit unterschiedlich genutzt, von einigen als Wertspeicher und von anderen als Tauschmittel oder Recheneinheit. Bisher hat bitcoin ein bemerkenswertes Wachstum erlebt, obwohl es nicht einmal 1% der Menschen auf der Welt nutzen. Dies lässt Beobachter:innen das Potenzial erahnen und darauf schließen, dass dies erst der Anfang dieser technologischen Revolution ist.

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Erwerb von Bitcoin

Mittlerweile haben sogar institutionelle Investoren den Wert von Bitcoin als Wertspeicher erkannt, was dafür spricht, dass die Krypto-Währung im Mainstream angekommen ist. Erst kürzlich, am 10.01.2024, wurden Bitcoin Spot ETFs genehmigt. Diese stellen eine Möglichkeit dar, eine Bitcoin-Position aufzubauen, sind aber vorerst nur in Amerika verfügbar. Der Nachteil ist, dass die Bitcoin nicht selbst verwahrt werden und die Nutzer:innen daher nicht direkt darauf zugreifen können.

Um über Bitcoin frei verfügen zu können, sollten sie in Selbstverwahrung gehalten werden. Wenn man sie über Anbieter wie beispielsweise Kraken kauft, wird zur sicheren Verwahrung ein Hardware Wallet für ca. 57-120 Euro nötig. Dazu müssen sich die Nutzer:innen 12 (bei anderen Anbietern 24) Wörter einprägen, die das Seed-Phrase (Backup) für das Wallet darstellen. Alternativ kann ein Self-Custodial Handy Wallet genutzt werden, das ein selbst verwahrtes digitales Portemonnaie darstellt. Über den privaten Schlüssel haben Nutzer:innen dann die volle Kontrolle über ihr Geld.
Anbieter wie Phoenix- oder Wasabi Wallet legen einen großen Wert auf Transparenz und ein hohes Maß an Privatsphäre. Diese Option macht vor allem bei kleineren Beträgen Sinn. Es benötigt ein wenig Zeit und Geduld, sich mit dem sicheren Verwahren von Krypto-Währungen zu beschäftigen, aber es kann sich langfristig lohnen. Insbesondere für den Fall, dass man in einer Notsituation den Ort wechseln muss, bietet Bitcoin die beste Möglichkeit, Werte von A nach B zu transportieren.
Eine beliebte Strategie zum Kauf ist das Dollar-Cost-Average Sparplan Model. Über Anbieter wie Coinfinity oder Relai kann ein wöchentlich- oder monatlicher Dauerauftrag eingerichtet werden. Durchschnittlich wird so meist ein niedrigerer Einkaufspreis erreicht, als beim Versuch preisliche Tiefpunkte zum Kauf abzupassen.

Langfristiges Denken, Volatilität und Inflation

Wenn man Bitcoin akkumuliert, lohnt es sich langfristig zu denken. Die Volatilität von Bitcoin wird oft als Kritikpunkt verstanden, obwohl Momente des Tiefs auch als Chance gesehen werden können. Denn es kann sich lohnen, günstig zu kaufen, wenn man sich den deutlichen Aufwärtstrend trotz oder vielleicht sogar gerade wegen der Volatilität der letzten Jahre ansieht. Die hohe Volalität liegt nämlich vor allem daran, dass wir so früh im Monetarisierungsprozess von Bitcoin sind. Es ist zu erwarten, dass es bei einer neuen Währung, die es vorher nicht gab, einige Zeit dauern wird, bis die Menschen wissen, wie sie sie bewerten sollen. Das deutet darauf hin, dass Bitcoin noch am Anfang einer langen Reise ist, auf die es sich lohnen könnte, mitzukommen.

finanzielle-Autorin Theresa von Rehlingen-Prinz

Wer schreibt hier? Theresa von Rehlingen-Prinz

Theresa studierte Kommunikationswissenschaften an der University of the Arts London. Neben Kommunikationsberatung für Politik und Wirtschaft beschäftigt sie sich heute vor allem mit Bitcoin und seinen sozioökonomischen Auswirkungen. 

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© Marcus Witte
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