Achterbahnfahrt: Was ist eigentlich Volatilität?
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Was ist eigentlich Volatilität?

Wenn du dir über Diversifikation Gedanken machst, kommst du um einen Begriff kaum herum: die Volatilität. Aber was ist das genau? Wir erklären die Risikokennzahl und verraten, was Anleger:innen bei den Schwankungen von Preisen, Aktien, Zinsen oder Märkten in einem bestimmten Zeitraum beachten müssen.

Volatilität als Risikomaß

Das Rauf und Runter an der Börse kann Angst machen. Es fühlt sich aber nur halb so gefährlich an, wenn man es mal in konkreten Zahlen betrachtet. Dafür gibt es eine Kennzahl: die Volatilität – kurz Vola genannt. Sie zeigt, welche Schwankungsbreite eine Aktie, ein Fonds oder ETF, aber auch eine Anleihe oder ein Rohstoff innerhalb eines bestimmten Zeitraums aufweisen.  

Volatilität leitet sich ab von dem lateinischen Wort volatilis ab. Das bedeutet „liegend“ oder „flüchtig“. Kurse können in höchste Höhen streben oder in einen Sturflug übergehen. Angenommen, du schaust dir die Kursentwicklung einer Aktie innerhalb der letzten 30 Handelstage an. Dann wirst du Hochs, aber auch Tiefs finden. Vereinfacht sagt dir die Volatilität, wie weit diese Kurse vom Mittelwert innerhalb dieses Zeitraums abweichen. 

Mathematisch korrekt ist es etwas komplizierter: Die Volatilität ist die Standardabweichung um einen gleitenden Mittelwert. Aber keine Sorge, selbst berechnen musst du Volatilitäten ohnehin nie, denn sie werden dir auf vielen Finanzportalen angezeigt. Solltest du übrigens einzelne Begriffe aus der Finanzwelt nicht verstehen, kein Problem: Wir erklären dir alles in unserem Finanzglossar!

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Volatilität: ein Beispiel aus der Praxis

Je weiter sich die Kurse von der Mitte entfernen, desto höher ist die Volatilität. Ein Beispiel um das zu verdeutlichen: Bei der Bayer-Aktie betrug die 30-Tage-Volatilität Ende Mai’22 47 Prozent. Ist das viel oder wenig, wirst du dich fragen. Die Vola ist ein Vergleichsparameter. Du kannst diese Kennzahl gegen den DAX 40, den Index aller deutschen Standardwerte, stellen. Dieser weist für den gleichen Zeitraum eine Volatilität von 20 Prozent auf. Im Vergleich zum DAX schwankt die Bayer-Aktie also recht stark. Oder du vergleichst innerhalb derselben Branche: die BASF-Aktie verzeichnete im gleichen Zeitraum eine Volatilität von 37 Prozent. Sie zeigte sich also auch etwas weniger volatil als die Bayer-Aktie. Für ein ausgewogenes Depot mischst du Titel mit einer hohen Volatilität mit solchen, die kaum schwanken, etwa konservativen Anleihen. 

Volatilität rückblickend betrachtet

Bislang betrachtest du einen Zeitraum in der Vergangenheit. Der ist zwar ein guter Indikator, allerdings kein Garant für die Entwicklung deiner Anlage in der Zukunft. Die Volatilität wird auf Finanzportalen wie onvista.de, finanzen.net oder bei deinem Broker zumeist für einen Zeitraum von 30, 90, 180 und 250 Handelstagen angegeben. Maximal kannst du also ein Jahr zurückblicken. Je länger der Betrachtungszeitraum, desto niedriger wird die Kennzahl Volatilität. Warum? Weil einzelne, starke Kursausschläge bei längeren Zeiträumen weniger ins Gewicht fallen.  

Zum Mitreden: Vergleicht man nicht rückblickend, sondern in die Zukunft, spricht man von der impliziten Volatilität. Das ist die von den Marktteilnehmern erwartete Schwankungsbreite. 

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Ist Volatilität gut oder schlecht?

Wie schwankt der Titel im Vergleich zum Gesamtmarkt, zur Peergroup oder auch im Zeitvergleich? Denn nicht jede Aktie ist in jedem Jahr oder jedem Konjunkturzyklus gleich volatil. Grundsätzlich gilt natürlich, je schwankungsfreudiger eine Anlage ist, desto risikoreicher ist sie. Und dieses Risiko willst du natürlich so weit wie möglich minimieren, indem du unterschiedliche Anlageformen in  deinem Depot mischst. Ganz eliminieren kannst du es aber nicht. 

Zumal renditeträchtigere Investments meist mit gewissen Risiken einhergehen. Werde dir also bewusst, wie viel Schwankung du aushalten kannst.  

Überwinde deine Angst und entwickle ein Gefühl für diese Risikokennzahl! Es kann sich lohnen, Volatilität nicht ständig aus dem Weg zu gehen. Denn sie birgt nicht nur Unsicherheit, sondern auch Chancen. Kursausschläge gibt es in beide Richtungen. 

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