Venya-Gründerin Anja Bettin im Interview mit finanzielle
© Anja Bettin / Venya

Venya-Gründerin Anja Bettin: Das Positive steht im Vordergrund

Die echte Story hinter VENYA. Gründerin Anja Bettin packt aus: Warum sie eine Kosmetikbrand gründete und wie sie Female Empowerment in ihrer Firma lebt.

VENYA-Gründerin Anja Bettin erzählt uns im Interview, wie sie aus purer Frustration über die Standard-Schönheitsindustrie ihre eigene Marke aus dem Boden gestampft hat und verrät, wie sie den täglichen Wahnsinn als Unternehmerin und Mutter rockt und welche ungeschminkten Ratschläge sie für aufstrebende Gründerinnen hat. Kein Blabla, nur die harte Wahrheit über das Auf und Ab im Unternehmertum.

Wie und warum hast du dich dazu entschlossen, VENYA zu gründen?

VENYA ist ein Herzensprojekt von mir und ich habe die Gesichtspflege tatsächlich „für mich“ entwickelt. Ich war schon lange auf der Suche nach einer Hautpflege, die meine Bedürfnisse an eine wirksame Pflege erfüllt und nicht zu kompliziert ist. So ist die Idee unserer 5-Schritt Routine entstanden, die man morgens und auch abends anwenden kann und die Haut mit einer biomimetischen, professionellen Rezeptur versorgt.

Ich habe mich irgendwann auch nicht mehr von der Schönheitsindustrie angesprochen gefühlt. Überall retuschierte Bilder, unrealistische Schönheitsideale und im Gespräch mit Freundinnen wurde mir bestätigt, dass es vielen Frauen auch so ging.

Das war die Gründungsidee und eine transparente, ehrliche und authentische Kommunikation mit unseren Kundinnen ist seit Beginn ein Bestandteil von VENYA.

VENYA-Gründerin Anja Bettin im Interview mit finanzielle

VENYA-Gründerin Anja Bettin im Interview mit finanzielle

Warum ist es so anstrengend, Gründerin zu sein?

Ich bin Mutter eines 10-jährigen Sohnes, ich bin Freundin, Schwester, Tochter, habe Hobbys… und Unternehmertum verlangt mitunter 24/7 da zu sein. Die Balance zu finden, beiden Lebensbereichen gerecht zu werden, also beruflich und privat, ist herausfordernd. Ich habe meine erste Marke schon ganz früh gegründet, bereits 2006, und blicke daher auf viele Jahre als Gründerin zurück. The struggle is real – aber man lernt, damit umzugehen, und heute habe ich für mich eine gute Balance gefunden – meistens zumindest.

Beschreibe bitte kurz, was VENYA von anderen Skincare-Brands unterscheidet.

Wir sind eine Wirkstoff-Kosmetik – jeder Wirkstoff hat eine nachgewiesene, Evidenz basierte Wirkung. Dabei orientieren wir uns am Bauplan der Haut, bei unseren Cremes imitieren wir diesen. So können die Wirkstoffe zum einen besonders gut aufgenommen werden, weil unsere Haut diese kennt und zum anderen regen wir die natürliche Regenration der Haut an. Hierbei spielt auch der saure pH-Wert aller Produkte eine wichtige Rolle, denn das Mikrobiom unserer Haut fühlt sich in einem sauren Milieu am wohlsten. Ein ausbalanciertes Mikrobiom und eine intakte Hautschutzbarriere sind das Fundament einer gesunden Haut! Wir haben keine fancy Verpackungen, sondern haben alles in die Rezeptur gesteckt, so dass wir eine erschwingliche und professionelle Skincare anbieten können.

Was liebst du am Unternehmerinnentum, warum bist du gerne Gründerin?

Meine Vision war und ist es immer noch, durch ein starkes Unternehmertum etwas zum Positiven zu bewirken. So z.B. die Förderung von New Work-Modellen bei uns im Unternehmen, sprich Teilzeitangebote für alle Mitarbeiter, klare Karrierestufen für Mütter etc.. Zum anderen unser überregionales Engagement im Bereich Female Empowerment, wo wir Frauen miteinander verbinden, Events zu bestimmten Themen anbieten.

Wie gehst du mit Tiefschlägen um?

Tiefschläge oder Fehler – im Nachhinein lernt man meistens etwas daraus. Wichtig ist mir, der Umgang damit im Team: Herrscht eine Fingerzeig-Mentalität oder Angst davor, etwas zu testen, weil man bei Versagen die Konsequenzen fürchtet, hemmt dies und trägt nicht zu einem innovativen Unternehmensumfeld bei.

Aus welchen Fehlern beim Gründen hast du am meisten gelernt?

Mir ist es wichtig, dass ich einen Überblick über die Kernbereiche habe und in richtungsweisende Entscheidungen eingebunden bin. Aus Erfahrung heraus, ist das für mich ein Grundsatz, den ich auch bei Partner:innen einfordere und auch junge Gründerinnen dazu ermutige, das Zepter in wichtigen Bereichen auch extern nicht aus der Hand zu geben.  Außerdem: Zum Start einer Brand die Kommunikation auf eine genau definierte Zielgruppe aufbauen vs. im Gießkannen-Prinzip eine zu breite Zielgruppe erreichen zu wollen. Zu diesem Punkt passt auch mein drittes Learning: Fokus auf den Vertriebskanal – am besten schon vor der Gründung.

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Wie sorgst du für deine Zukunft vor – finanziell, aber auch unternehmerisch, gesundheitlich?

Wir arbeiten bei VENYA als Team – ich bin nicht das alleinige Gesicht der Marke und wir treffen die Entscheidungen auch als solches. Wenn ich länger ausfallen sollte, ist das zunächst nach außen nicht bemerkbar, denn mein Team führt die Marke, als wäre es ihre eigene. Das schafft man nur, wenn man sein Team auch wachsen lässt und Vertrauen schenkt. Gesundheitlich sind wir bei VENYA natürlich an der Quelle neuester Forschung.

Als Healthy Aging Linie stehen wir für einen ganzheitlichen Ansatz – in der Realität sieht das bei mir so aus, dass wir 3x in der Woche Yoga im Team anbieten, wir Mittags eine Runde im Wald mit unserem (meinem) Hund laufen und ansonsten versuchen, für alle eine gesunde Mittagspause anzubieten. Aber alles mit Balance – auch ein Glas Wein ab und zu gehört für mich zum Wohlbefinden dazu. Ich investiere in meine Firmen.

Warum ist dir persönlich finanzielle Unabhängigkeit wichtig?

Ich liebe Freiheit und  Selbstbestimmtheit in allen Bereichen meines Lebens. Eine finanzielle Unabhängigkeit ist also privat und auch beruflich das, was mich antreibt und mich motiviert.
Venya, die Beautybrand von Gründerin Anja Bettin

Warum sollten Frauen (aber auch Männer) ganz grundsätzlich finanzielle Unabhängigkeit anstreben?

Finanzielle Abhängigkeit kann, wie eine persönliche Abhängigkeit von einem anderen  Menschen, stark einschränken. Ich finde jedoch, es gibt Situationen, die häufig eine (kurzzeitige) Abhängigkeit mit sich bringen. Zum Beispiel bei der Familiengründung und der Entscheidung, ob ein Partner zugunsten des Kindes, beruflich anfangs zurücktritt. Das setzt voraus, dass diese private Leistung innerhalb der Familie gleichermaßen eine Wertschätzung erfährt. Grundsätzlich weiss man aber nie, welche Veränderungen im Leben auftreten. Scheidung, Tod des Partners oder der eigene Wunsch nach einer Veränderung – all das ist mit einer eigenständigen Finanzplanung einfacher.

Dein bestes Investment?

Die Gründung und Investition in mein eigenes Unternehmen. VENYA und V.SUN sind komplett eigenfinanziert.

Und dein schlechtestes?

Aktuell sind die zwei Aktien in meinem Portfolio stark gesunken, würde ich jetzt verkaufen, wäre dies sicherlich das schlechteste Invest. Ich verkaufe aber nicht und warte ab, ob sich daraus noch ein gutes Invest entwickelt. (Rock Tech Lithium Aktie – ein Cleantech-Unternehmen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Lithiumhydroxid für Elektrofahrzeugbatterien herzustellen. Das Unternehmen plant Automobilkunden mit hochwertigem Lithiumhydroxid aus Deutschland zu beliefern.)

Was würdest du deinem jüngeren Ich gerne sagen?

Lass auch mal los, du kannst nicht alles planen!

Learnings für Gründerinnen von Anja Bettin

Was sind deine Top 3 Tipps für junge Gründerinnen, die in der Beauty-Branche mitmischen möchten?

Jungen Gründerinnen rate ich:

  1. Kenne den Markt & Deinen USP! Gibt es ein nachhaltiges Bedürfnis für Deine Brand?
  2. Fokus auf Deine Zielgruppe und mit dieser wachsen – das zahlt sich langfristig aus.
  3. Networking: Wir tauschen uns offen mit Gründerinnen aus und helfen uns gegenseitig. Und das auch ohne eine Gegenleistung einzufordern.

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