Hände lassen sich los: Bei einer Trennung die Finanzen klären
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Bei einer Trennung die Finanzen klären – Tipps für erste Schritte

Die Entscheidung, sich zu trennen, ist emotional und finanziell mit Herausforderungen verbunden. Wie du dir bei einer Trennung Überblick über die gemeinsamen Finanzen verschaffst, und was jetzt zu tun ist, erklären wir Schritt für Schritt.

Finanzen bei Trennung klären – 10 Basics, die dir helfen, die Situation zu ordnen

  1. Gemeinsame Finanzen überprüfen

    Es ist wichtig, dass du dir einen klaren Überblick über eure gemeinsamen Finanzen verschaffst. Analysiere Bankkonten, Gemeinschaftsdepot, Kreditkarten, Investitionen und andere finanzielle Vermögenswerte, um eine klare Vorstellung davon zu bekommen, was geteilt werden muss.

2. Aufteilung der gemeinsamen Schulden

Ja, auch die gemeinsamen Schulden müssen im Blick behalten werden. Habt ihr vielleicht eine Hypothek aufgenommen, einen Autokredit am Laufen oder andere Darlehen? Es ist wichtig auch für diese Verbindlichkeiten eine faire Aufteilung zu gestalten. Dies kann durch gemeinsame Absprachen oder mit juristischer Unterstützung geschehen, um Konflikte zu vermeiden.

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3. Unterhaltszahlungen klären

In vielen Fällen ist einer der Partner möglicherweise verpflichtet, dem anderen Unterhalt zu zahlen, insbesondere wenn es einen deutlichen Einkommensunterschied gibt oder wenn Kinder involviert sind. Die Höhe und Dauer der Unterhaltszahlungen können Verhandlungsgegenstand sein. In der Regel gilt: Beim Trennungsunterhalt handelt es sich um eine Ausgleichszahlung des besser verdienenden Ehepartners an den Ehepartner oder die Ehepartnerin mit weniger oder gar keinem Einkommen für die Zeit ab der Trennung bis längstens zur rechtskräftigen Scheidung.  Pauschal sind das 45% des höheren Nettoeinkommens bzw. 45% des Differenzeinkommens (wenn beide über Erwerbseinkommen verfügen). Wichtig ist: Der Antrag sollte sofort gestellt werden, da rückwirkende Zahlungen nicht verpflichtend sind.

4. Gemeinsames Eigentum klären

Immobilien, Fahrzeuge und andere Vermögenswerte müssen ebenfalls aufgeteilt werden. Hierbei können rechtliche Beratung und professionelle Gutachten hilfreich sein, um den tatsächlichen Wert der Vermögenswerte zu bestimmen.

5. Eigene Finanzen organisieren

Solltet ihr in eurer Beziehung bis jetzt nur ein Gemeinschaftskonto gehabt haben, solltest du nun ganz schnell dein eigenes Konto eröffnen – und am besten auch in Zukunft immer behalten! Es ist nie verkehrt, sein eigenes Bankkonto zu haben, auf das man nur selbst zu greifen kann. So lassen sich böse Überraschungen im schlimmsten Fall vermeiden.
Im Internet kannst du dich schnell über die besten Konditionen, eine Wechselprämie und die Höhe des Tageszinses informieren. Auch Tagesgeldhopping kann eine Idee sein, wie du mit attraktiven Zinsen dein Geld erst einmal parken kannst. 

6. Altersvorsorge und Rentenansprüche im Blick behalten

Die Trennung kann Auswirkungen auf die Altersvorsorge haben. Es ist wichtig zu klären, wie Rentenansprüche geteilt werden und ob Anpassungen an bestehenden Rentenkonten vorgenommen werden müssen.

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7. Änderungen im Lebensstil und Budget

Nach einer Trennung müssen die Betroffenen oft ihren Lebensstil und ihre finanziellen Prioritäten anpassen. Eine neue Budgetaufteilung ist erforderlich, um die veränderte finanzielle Realität zu reflektieren. Budgetieren kann jetzt helfen, mit der veränderten Situation klarzukommen und Ausgaben im Blick zu behalten.

8. Steuerauswirkungen bei ehelicher Trennung

Die steuerlichen Auswirkungen der Trennung sollten sorgfältig geprüft werden, insbesondere in Bezug auf gemeinsame Steuererklärungen, Abzüge und mögliche steuerliche Vorteile. Eventuell macht es Sinn, zukünftig die Steuerklasse zu wechseln.

9. Kosten für rechtliche Unterstützung

In vielen Fällen ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine Anwältin oder eine Finanzberaterin kann dir dabei helfen, faire Vereinbarungen zu treffen und deine finanziellen Angelegenheiten zu regeln. Die Inanspruchnahme rechtlicher Unterstützung bei einer Trennung kann jedoch Kosten verursachen. Es ist wichtig, diese Ausgaben in die finanzielle Planung einzubeziehen. Durchschnittlich fallen Anwaltskosten von 1500–2500 Euro an, die Gerichtskosten liegen bei 200–400 Euro.

10. Kommunikation ist entscheidend

Während der gesamten Trennung ist eine offene und ehrliche Kommunikation wichtig. Sprich über finanzielle Erwartungen und sei bereit, Kompromisse einzugehen, um eine langfristige und zufriedenstellende Lösung zu finden. Sind die Konflikte zu groß, such dir unbedingt Hilfe in Form von professioneller rechtlicher und finanzieller Beratung. Pro Famila bietet eine kostenlose Beratung bei schwierigen Trennungen, bei TuSch, einer Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle für Frauen, Eltern und Paare, kann man Online-Vorträge zu Trennungsfragen gegen geringe Spendenbeiträge buchen.

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© Marcus Witte
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