Wie sinnvoll ist ein Balkonkraftwerk?
Mathias Reding / Pexels

Wie sinnvoll ist ein Balkonkraftwerk?

Grünen Strom können wir ganz einfach selbst erzeugen! Mit Solarpaneelen auf dem Balkon. Wie sinnvoll die sind und welche staatlichen Zuschüsse es 2024 gibt.

Solarpaneele auf dem Balkon installieren: Die wichtigsten Infos

Du möchtest grünen Strom erzeugen? Das geht inzwischen total easy mit einem Balkonkraftwerk, also mit Solarpaneelen auf deinem Balkon – auch Mini-PV oder Stecker-Solaranlage genannt. Damit kannst du nicht nur ökologisch Energie generieren, sondern auch deine Stromrechnung senken. Aktuell gibt es – je nach Bundesland – noch staatliche Zuschüsse von bis zu 500 Euro.

So funktioniert eine Mini-PV-Anlage und das brauchst du für die Installation

Balkonkraftwerke mit einer Leistung von bis zu 600 W darfst du selbst montieren und auch an das Stromnetz anschließen. Du solltest es natürlich vorher bei deinem Netzbetreiber anmelden. Wichtig ist bei der Montage, dass die Module sicher und stabil an deinem Balkongeländer angebracht sind, um Unfälle zu vermeiden. Vorher also unbedingt über lokale Vorschriften und Bauvorschriften informieren, um sicherzustellen, dass du die Balkonsolaranlage ordnungsgemäß installierst. Bist du unsicher, solltest du einen Installationsbetrieb beauftragen.

Was brauchst du noch? Um den Gleichstrom aus dem Solarmodul in Wechselstrom umzuwandeln, der mit dem Stromnetz in deiner Wohnung kompatibel ist, benötigst du einen passenden Wechselrichter. Der sollte die Leistung des Solarmoduls nicht überschreiten. Außerdem sollte er über einen integrierten Zähler verfügen, der den eingespeisten Strom misst und vergütet. Viele Balkonkraftanlagen werden im Set mit einem Wechselrichter verkauft.

Die Steckdose mit einem FI-Schalter (Fehlerstromschutzschalter) sollte an einer geeigneten Stelle montiert werden, wo sie vor Feuchtigkeit und Beschädigung geschützt ist.

Ist die Mini-PV-Anlage richtig angebracht, funktioniert alles easy. Ein Balkonkraftwerk steckst du einfach in eine Steckdose (optimalerweise in deiner Wohnung). Fallen Sonnenstrahlen auf die Solarmodule, erzeugen sie Strom, den du dann sofort nutzen kannst.

Ist ein Balkonkraftwerk für deinen Balkon geeignet?

Überlegst du, Solarpaneele auf deinem Balkon zu installieren? Dann solltest du diese Punkte klären:

  1.  Prüfe die Größe des Balkons: So kannst du ausrechnen, wie viele Solarpaneele darauf installiert werden können. Die Größe eines Solarpanels für den Balkon kann je nach Hersteller und Modell variieren. Typischerweise haben Solarmodule für den Balkon Abmessungen von etwa 1 Quadratmeter bis 2 Quadratmetern.
  2.  Ausrichtung des Balkons: Der Balkon sollte idealerweise nach Süden ausgerichtet sein, um die maximale Sonneneinstrahlung nutzen zu können.
  3.  Genehmigungen checken: Je nach Land und Region können Genehmigungen erforderlich sein, um ein Balkonkraftwerk zu installieren.
  4. Kosten berechnen: Die Kosten für die Installation eines Balkonkraftwerks können je nach Größe, Ausrichtung und Qualität der Solarpaneele variieren.
  5. Wartung bedenken: Wie bei allen Solarenergieanlagen erfordert auch ein Balkonkraftwerk regelmäßige Wartung. Es gibt Fachbetriebe, die PV-Anlagen reinigen und reparieren.
  6. Einspeisevergütung: In einigen Bundesländern können Besitzer:innen von Balkonkraftwerken eine Einspeisevergütung erhalten, wenn sie überschüssigen Strom ins Netz einspeisen. Das solltest du vorher prüfen, um deine Rentabilitätsrechnung richtig aufzustellen.

Lies auch:

Lohnt sich der Kauf?

Eine Mini-PV-Anlage zu kaufen, rechnet sich in den meisten Fällen in fünf bis zehn Jahren. Ein Balkonkraftwerk kostet je nach Leistung zwischen 500 und 1300 Euro. Hinzu kommen noch Kosten für die Installation der Steckdose mit FI-Schalter und eventuelle Anmeldegebühren beim Netzbetreiber oder Energieversorger. Über den Stecker-Solar-Simulator der Forschungsgruppe Solarspeichersysteme kannst du übrigens genau ausrechnen, wie viel Strom und Geld du mit deiner Steckersolaranlage sparst. Auch der ADAC bietet einen Online-Rechner an, mit dem der mögliche Stromertrag aus Photovoltaik für jedes Eigenheim berechnet werden kann.

Vorteile von Solarpaneelen auf deinem Balkon

  • Hast du dich entschlossen, ein solches Balkonkraftwerk zu installieren, kannst du von den aktuellen Förderungen profitieren. Viele Städte und Gemeinden bezuschussen den Kauf von Photovoltaik. Einige Bundesländer unterstützen die Mini-PV-Anlagen mit bis zu 500 Euro. Du solltest unbedingt vorher checken, welche Fördermaßnahmen du nutzen kannst. Bei einigen Programmen musst du schon vor dem Kauf den Antrag stellen, um einen Zuschuss zu bekommen. Bei anderen reichst du ganz einfach nach dem Kauf die Rechnung ein, um einen Anteil deiner Investition zurückzubekommen.
  • Langfristig dient die Maßnahme natürlich auch dazu, deine eigene Stromrechnung zu reduzieren. Je nach Verbrauch kann das eine Ersparnis zwischen 50 und 200 Euro bringen.
  • Du bist unabhängiger von Netzbetreibern und ihrer Preispolitik.
  • Seit 2023 sind PV-Anlagen von der Mehrwertsteuer befreit.
  • Es ist keine extra Versicherung nötig. Solaranlagen sind über die Hausratversicherung abgedeckt.
  • Am genialsten ist natürlich: Du erzeugst deinen eigenen grünen Strom. Nachhaltig und umweltbewusst.

Lies auch:

Nachteile von Balkonkraftwerken

Klar hast du erst einmal Anschaffungskosten. Da aber die aktuellen Förderprogramme hohe Zuschüsse bieten, ist das überschaubar. Die Anlage muss regelmäßig gewartet werden, dafür fallen eventuell Kosten an, wenn du eine Fachfirma beauftragst. Gleiches gilt natürlich für Reparaturen.  Wer sich ein Paradies auf Balkonien eingerichtet hat, wird vielleicht die Optik der schwarzen Module als störend empfinden.

Welche Bundesländer fördern PV-Anlagen?

Berlin und Mecklenburg-Vorpommern fördern 2024 die Photovoltaikanlagen mit 500 Euro. Sollten die Investitionskosten niedriger sein, werden höchstens diese Kosten übernommen. Berlin hat die Förderung bis zum Ende des Jahres genehmigt, allerdings auf 14.000 Anlagen begrenzt. Anträge können über die Investitionsbank Berlin gestellt werden. In Mecklenburg-Vorpommern sind die Fördergelder für Eigentümer bereits aufgebraucht, aber Mieter:innen können noch von den Zuschüssen des Landesförderinstituts profitieren.

In Sachsen gibt es für Mieter:innen noch 300 Euro Zuschuss. Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Hamburg und Schleswig-Holstein haben die Förderung aktuell gestoppt.

Auch die Kommunen gewähren teilweise finanzielle Unterstützung. Informiere dich am besten über die Website deiner Stadt oder deinem Landkreis, was an deinem Wohnort gerade für Neuinstallationen gezahlt wird.

Jetzt teilen:

Newsletter finanzielle
© Marcus Witte
Deine Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuche es erneut.
Vielen Dank für deine Anmeldung zu unserem finanzielle Newsletter. Deine Anmeldung war erfolgreich.

Mach dich finanziell unabhängig

 – mit unserem Newsletter! 

Als DANKESCHÖN für deine 

NEWSLETTER-ANMELDUNG erhälst du 

das finanzielle eMagazin mit Lena Gercke und unserem beliebten ETF-Entscheidungsbaum!