Monopoly: Kindern den Umgang mit Geld beibringen
Robert Lindner / Unsplash

Kindern den Umgang mit Geld beibringen – so klappt’s!

Wie können wir unseren Kindern den Umgang mit Geld beibringen, damit sie schon früh lernen, dass die eigenen Finanzen wichtig sind und Spaß machen? Taschengeld ist der erste Schritt - aber was kommt dann?

Wie kann ich meinem Kind den Umgang mit Geld beibringen?

Wie schafft man es, Kindern einen guten Umgang mit Geld beizubringen? Wie wird der Nachwuchs finanzfit? Wir haben Finanz- und Business-Coach Babett Mahnert gefragt und die besten Tipps für euch zusammengestellt.

Mit Kindern über Geld reden - eine gute Idee?

Komm, wir reden über Geld! Klingt für dich gar nicht verheißungsvoll? Spaßbefreit? Dann ist dieser Text für dich. Denn was du verinnerlicht hast, wirst du an deine Kinder weitergeben – bewusst oder unbewusst. Hier fndest du Ideen, wie mit einem spielerischer Umgang mit Finanzen (doch! wirklich!) ein guter Einstieg zur Gelderziehung gelingt. Und deine Kinder später ohne Berührungsängste ihre Finanzen regeln.

Spaß ist wichtig - Geld und Finanzen sind coole Themen!

Finanz- und Business-Coach Babett Mahnert erklärt: „Du kannst deine Finanzen mit Spaß und Leichtigkeit leben – und das gilt auch für die Gelderziehung. Mit Spaß gelingt die Gelderziehung am besten.“ Babett Mahnert schlägt vor, das Thema spielerisch anzugehen. „Mit kleinen Kinder ab vier Jahren ist es besonders toll, Geld zu erforschen. Lass dein Kind das Portemonnaie ausleeren und die Münzen und Scheine anschauen. Kinder entdecken so viele Kleinigkeiten, die Motive, die unterschiedlichen Farben und Materialien. Kinder sind Entdecker, darüber staune ich immer wieder und freue mich daran!“

Buchtipp:

„Ein Hund namens Money“ von Bodo Schäfer, Kindersachbuch ab etwa 10 Jahren

Babett Mahnerts Buchtipp, wie man Kindern den Umgang mit Finanzen beibringen kann: „In dem Buch werden die Prinzipien des Vermögensaufbau verständlich erklärt. Gleichzeitig verstehen Kinder, dass sie damit in sich selbst und in die Erfüllung ihrer Wünsche investieren. Da öffnen sich Türen!“

Shopping-Challenges als Trainingseinheiten: So lernen Kinder, mit Geld umzugehen

Als nächstes kann dein Kind behutsam lernen, was man mit Geld anfangen kann. Achtet beim Einkauf mal gemeinsam darauf, was Käse kostet oder Chips. So bekommen Kinder ein Gefühl dafür, was Geld ist und was es wert ist.

„Je nach Alter des Kindes könnt ihr dann kleine Challenges starten. Du kannst dein Kind zum Beispiel mit 5 Euro und einem Auftrag einkaufen schicken. Oder mit 10 Euro Zutaten für das Abendessen einkaufen lassen. Ihr könnt auch verabreden, dass es Preise vergleichen soll – und wenn ein Rest bleibt, darf es sich davon eine Süßigkeit kaufen. Alles das schult den Umgang mit Geld“, sagt Babett Mahnert.
Sie meint: „Wir Erwachsenen neigen dazu, den Kindern die Dinge aus unserer Perspektive zu vermitteln – nach dem Motto: Das Kind muss doch was lernen. Nein, das Kind lernt am meisten, wenn wir es da abholen, wo es steht und wenn es Freude daran hat.“

Auf die Eltern kommt es an: Der Umgang mit Finanzen wird gelernt

Das im Elternhaus herrschende Money Mindset und damit verbundene Glaubenssätze zum Thema Finanzen (zum Beispiel das prägende Gefühl „Es ist nie genug Geld da„) sorgen für unsere Grundeinstellung zum Thema Geld. Wenn es um Finanztraining geht, kommt es tatsächlich auf das Elternhaus an, also auf das, was du deinem Kind vorlebst und mitgibst. Denn in der Schule kommt das Thema nicht vor.
Finanzielle Bildung, Fragen zum Umgang mit Geld, zum Sparen und Investieren stehen nicht auf dem Stundenplan! Finanzcoachin Babett Mahnert hat deshalb gemeinsam mit Karolina Decker von der Online-Investmentplattform FinMarie die Initiative Schulgold.com gegründet, die sich darum bemüht, finanzielle Bildung in die Schulen zu bringen. Bis das Thema aber im Klassenzimmer ausreichend behandelt wird, ist es noch ein langer Weg!

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Mit dem Kind über's Gehalt sprechen?

„Über die Gehälter der Eltern und die finanzielle Situation der Familie sollte man mit Kindern o“en und wahrheitsgemäß sprechen“, sagt Babett Mahnert. Babett Mahnert empfehlt, negative Glaubenssätze aktiv abzuschütteln. „Wenn du merkst, dass es dir unangenehm ist, über die finanzielle Situation der Familie, über Miete und Ausgaben zu sprechen, dann begreife das als Chance, deinen eigenen Umgang mit
Geld zu hinterfragen und daran zu arbeiten.“

Mit Kindern immer wieder über Geld sprechen

Daran führt kein Weg vorbei: Denn mit deinem Kind nicht über Geld zu sprechen, ist keine Option. Das wäre nämlich der größte Fehler, den du machen kannst. Der zweite große Fehler bei der Gelderziehung ist, die eigenen negativen Erfahrungen und Einstellungen zu dem Thema weiterzugeben, erklärt Babett Mahnert. Dazu zählen negative Glaubenssätze wie: Reiche Menschen sind schlecht. Oder: Geld verdirbt den Charakter. „Wenn du diese Glaubenssätze verinnerlicht hast, ist das nicht schlimm. Aber dann ist jetzt der Moment gekommen, sie dir bewusst zu machen und sich damit auseinandersetzen. Was lebst du deinem Kind vor? Was möchtest du deinem Kind vorleben? Als Eltern sind wir natürlich Role Models für unsere Kinder.“

Babett Mahnert ist Finanzexpertin. Vor einigen Jahren hat sie Goldfrau gegründet, um Frauen als Finanzcoach zur Seite zu stehen. Unter dem Namen Goldfrau bringt sie auch einen Podcast heraus.

Babette Mahnert – die Geldfrau

Im Gespräch mit Kindern ist Verstellen zwecklos. „Wenn ich angespannt bin, wenn ich über bestimmte finanzielle Fragen spreche, bekommt mein Kind das mit, zum Beispiel über meine Gestik und meine Mimik. Und wenn ich das in dem Moment nicht ändern kann, ist es ganz wichtig, wahrheitsgemäß zu kommunizieren, dem Kind ganz offen zu sagen: ‚Ich fühle mich nicht so wohl bei dem Thema.‘ Das ist entscheidend dafür, welche Botschaft beim Kind ankommt“, sagt Babett Mahnert.

Ganz schön herausfordernd für Eltern. Aber auch chancenreich, meint Babett Mahnert. „Kinderziehung ist
Persönlichkeitsentwicklung pur. Ich habe von meinen Kindern so viel gelernt, mehr als in jeder Schule und jeder Ausbildung.“

Tipp: Gemeinsam einen Film zum Thema Geld schauen

„King Richard“, Filmdrama, FSK 12

Der Film basiert auf der wahren Geschichte von Richard Williams (Will Smith), dem Vater der legendären Tennisspielerinnen Venus und Serena. Babett Mahnerts Empfehlung: „In diesem Film stecken Persönlichkeitsentwicklung und Finanzen in einem. Er zeigt ganz stark: Es lohnt sich, wenn du für deine Träume losgehst, nicht das erste Angebot annimmst, verhandelst und mit Leidenschaft und Liebe dabei bist.“

Du willst deinem Kind nicht sagen, wie viel du verdienst?

Du hast Bedenken, deinem Kind zu verraten, wie hoch dein Gehalt ist? Oder wie viel Miete ihr für eure Wohnung zahlt? Du fürchtest, dein Kind könnte das in der Schule herumerzählen und dieser Gedanke ist dir unangenehm? „

Es ist völlig legitim, dem Kind zu sagen: ‚So, das bleibt jetzt aber in unserer Familie, das ist unser Küchengespräch.‘ Kinder können so etwas verstehen.“ Aber bitte nicht dicht machen: „Gerade für ältere Kinder ist es wichtig, dass offen über die finanzielle Situation der Familie gesprochen wird. Gehalt, Miete, Lebenshaltungskosten sollten unbedingt Thema sein.“

Taschengeld - so lernen Kinder den Umgang mit Geld

Das Taschengeld ist ein sehr wichtiger Lernfaktor. Dazu gehört auch, dass du mit dem Kind besprichst, was vom Taschengeld bezahlt werden soll. Dabei gibt es unterschiedliche Modelle: Ab dem Teenageralter wird häufig ein Budgetgeld empfohlen. Es soll zusätzlich zum Taschengeld eingeplant werden. Davon bezahlt das Kind etwa Kleidung oder Schulmaterialien – und muss lernen, mit dem Budget zu haushalten. Welche Taschengeld-Höhe richtig ist – und zum Alter passt, haben wir hier genauer gecheckt!

Wie viel Taschengeld?

Du fragst dich, wie hoch ein angemessenes Taschengeld sein soll? Das Deutsche Jugendinstitut hat Empfehlungen für jede Altersgruppe veröffentlicht. Die Summen werden in Abständen auch immer wieder auf Basis der Infationsrate aktualisiert.

Taschengeld verhandeln

„Ich finde es wichtig, mit dem Kind über die Taschengeldhöhe zu verhandeln. Das fördert das offene Gespräch über Geld und stärkt die Verhandlungskompetenz deines Kindes“, rät Babett Mahnert. Für Eltern von älteren Kindern gibt sie den Tipp, das Taschengeld auch mal in Relation zum Familieneinkommen zu setzen.

Und was tun, wenn die beste Freundin oder das Nachbarskind viel mehr Taschengeld bekommen? Auch hier empfiehlt Babett Mahnert das offene Gespräch: „Sag deinem Kind: ‚Ja, andere Familien entscheiden anders über die Höhe des Taschengelds, das könnte mit deren finanziellem Hintergrund zusammenhängen. In unserer Familie gelten unsere Regeln.‘ Als Eltern müssen wir das aushalten.“

Tipp: Gemeinsam basteln

Bastelt eine Box der Wünsche und eine Box der Träume. Du bastelst mit. Sucht euch Gläser oder Boxen und tolle Materialien wie Muscheln aus dem Urlaub, Kastanien, Pailletten und Glitzer – ganz nach dem Geschmack deines Kindes. In die beklebten Boxen können die Kinder dann jeweils einen Teil ihres Taschengeldes stecken. In der Box der Wünsche sparen sie für etwas, was sie sich demnächst gern kaufen möchten. Die Box der Träume ist für die weitere Zukunftsperspektive, also zum Beispiel für den Traum von einem Auslandsjahr. Mit größeren Kindern kann man solche Sparbudgets auch auf verschiedene Konten verteilen. Die Boxen im Kinderzimmer haben aber Vorteile: „Dieses physische Erleben, Münzen oder Scheine in die selbst gebastelte Box zu stecken, macht mehr Eindruck auf die Kinder als Konten und schult ihr Verhältnis zum Geld stärker“, rät Babett Mahnert.

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Wenn es in der Familie ein offenes Gespräch über Geld gibt, sind die Voraussetzungen günstig, auch die nächsten Schritte zu gehen.

  • Hat dein Kind seinen ersten Job? Dann gehört das Geld auf ein Girokonto.
  • Verfolgt es ein Sparziel? Vielleicht kommt dann eine erste Form der Geldanlage in Frage.
  • Schau dir mit deinem Kind gemeinsam an, wie Online-Banking und verschiedene Bezahlverfahren funktionieren. Online-Shopping ist nicht ohne Risiken. Welche Shops sind vertrauenswürdig? Auch dabei solltest du dein Kind begleiten.

    Denn in der Schule wird es das kaum lernen. Dort stehen solche Fragen nicht auf dem Lehrplan.

Werdet gemeinsam Finanzprofis!

Vielleicht haben du und dein Kind auch Freude daran, ein kostenlos Test-Depot anzulegen und gemeinsam in den Markt einzutauchen? Vielleicht interessiert ihr euch besonders für ein Themengebiet – zum Beispiel „nachhaltige Geldanlage“ und „grüne Finanzen„? Schließlich kann man nie früh genug finanziell unabhängig werden, oder? Dabei gibt es möglicherweise sogar für euch beide noch etwas zu lernen – und das macht zusammen besonders viel Spaß!

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© Marcus Witte
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