Fernglas mit Sicht auf See: ETF-Suche - wie finde ich den ETF, der zu mir passt?
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ETF-Suche: Darauf musst du achten

ETFs sind beliebte Finanzprodukte – aber wie finde ich die, die zu mir passen? Auf diese Kriterien solltest du bei der ETF-Suche achten!

Wie finde ich einen ETF, der zu mir passt? Das erleichtert deine Suche!

Börsengehandelte Indexfonds – kurz ETFs – gehören zu den beliebtesten Finanzprodukten. Sie sind vor allem bei Einsteiger:innen gefragt –  aus gutem Grund. Sie sind günstig, transparent und streuen das investierte Kapital breit über den Markt, da sie einen Wertpapierindex – in der Regel einen Aktienindex wie den DAX oder den MSCI World – nachbilden. Kein Wunder, dass sich das Volumen, das weltweit in den vergangenen zehn Jahren in ETFs geflossen ist, mehr als vervierfacht hat und 2020 bei umgerechnet fast acht Billionen Euro lag. Mittlerweile gibt es mehr als 7000 Produkte zur Auswahl. Investments in solche ETFs sind mit dem nötigen Know-How gar nicht so schwierig – und auch nicht die Suche. Über Plattformen wie justetf.com oder extraetf.de kannst du mit Hilfe einfacher Suchmasken zu deinen Präferenzen passende Produkte suchen. Fünf Dinge, auf die du bei der Produktauswahl achten solltest:

1. Den passenden Index abbilden

Die meisten ETFs bilden Indizes ab, das heißt, man nimmt an der Wertentwicklung der nach bestimmten Kriterien in einem Index zusammengefassten Wertpapiere – meistens Aktien – teil. Doch es gibt auch ETFs, die der Entwicklung anderer Anlageklassen – etwa Anleihen oder auch Rohstoffe – folgen. Das Gute: Mit ETFs investiert man breitgestreut in einen bestimmten Markt. Ein DAX-ETF zum Beispiel enthält die gleichen Aktien, die im deutschen Leitindex DAX zu finden sind, in derselben Gewichtung. Man nimmt mit DAX-ETFs also direkt an der Entwicklung dieses Marktbarometers teil.

Zunächst solltest du dir also überlegen, welche Anlageklassen dein(e) ETF(s) abbilden soll – also, ob du in Aktien, Anleihen oder ganz andere Wertpapiere bzw. Vermögensgegenstände (zum Beispiel Immobilien oder Rohstoffe) investieren willst. 

Unsere Empfehlung, wenn du gerade erst mit dem Vermögensaufbau loslegst: 

Starte mit ETFs, die Aktienindizes abbilden, da Aktien auf lange Sicht die höchste Rendite versprechen. Wichtig ist dabei, auf eine breite Streuung zu achten, weil Schwankungen an den Märkten dadurch besser ausgeglichen werden. Das gelingt dir vor allem mit global anlegenden ETFs, die beispielsweise den MSCI World abbilden. Dieser umfasst rund 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern und bildet ein solides Fundament für dein Portfolio. In den vergangenen 40 Jahren lag die durchschnittliche Rendite des MSCI World bei rund acht Prozent pro Jahr.

Als Ergänzung zum MSCI World empfiehlt sich der MSCI Emerging Markets, der die Wertentwicklung von mehr als 1400 Unternehmen aus 27 Schwellenländern abbildet. Mit dem All Countries Index ACWI, der Aktien der 3.000 größten Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern bündelt, hättest du beides sogar in einem Produkt, bist jedoch unflexibel, was die Mischung aus Industrie- und Schwellenländern angeht. Industrieländeraktien machen im ACWI fast 90 Prozent aus, Schwellenländeraktien nur rund 10 Prozent. 

Willst du Schwellenländern in deinem Portfolio ein höheres (oder auch niedrigeres) Gewicht geben will, solltest du lieber auf zwei ETFs – also auf dem MSCI World sowie den MSCI Emerging Markets – setzen und selbst mischen. Empfohlen wird von vielen Fachleuten eine Mischung von 70 Prozent MSCI World und 30 Prozent MSCI Emerging Markets. Hast du zum Beispiel eine Sparrate von 100 Euro, legst du einfach einen Sparplan in Höhe von monatlichen 70 Euro auf den MSCI World sowie 30 Euro auf den MSCI Emerging Markets an.

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2. Volumen: Je größer desto besser

Ein wichtiger Punkt bei der ETF-Auswahl ist das Fondvolumen des Produkts, also wieviel Geld von Anleger:innen bereits in den ETF geflossen ist. Grundsätzlich ist es ratsam, auf ETFs zu setzen, die ein möglichst hohes Volumen haben, sprich: die viel Anlegergeld eingesammelt haben. Vorteile hoher ETF-Volumina sind die tendenziell etwas geringeren Gebühren, da Größenvorteile zum Tragen kommen. Zudem sind viel mehr Anteile am Markt, sodass die An- und Verkaufsspannen dadurch geringer sind.

Empfehlenswert ist ein ETF-Volumen von mindestens 100 Millionen Euro. Denn dann ist das Risiko, dass der ETF aufgrund mangelnder Nachfrage wieder vom Markt genommen wird, niedriger. In so einem Falls würdest du zwar dein Geld zurückerhalten, ärgerlich wäre es aber trotzdem: Denn wenn du das freigewordene Kapital erneut anlegst, fallen wieder Transaktionskosten an. Wird der ETF ausgerechnet in einer schwachen Börsenphase geschlossen, kriegst du für deine Anteile weniger Geld als vielleicht vor ein paar Wochen. Im schlimmsten Fall gehst du sogar mit einem Minus aus der ganzen Sache raus.

3. Ertragsverwendung: Ausschüttend oder thesaurierend?

Viele Unternehmen schütten einen Teil ihrer Gewinne aus – sie landen bei dir in Form von Dividenden im Depot. Dasselbe gilt für Zinsen, die du bekommst, wenn du beispielsweise Anleihen hältst. Wer ETFs gekauft hat, profitiert ebenfalls von diesen Erträgen. Es gibt ausschüttende ETFs, bei denen – wie der Name schon sagt – regelmäßige Erträge, also Zinsen oder Dividenden, ausbezahlt und aufs Konto überwiesen werden – manche jährlich, manche quartalsweise, manche sogar monatlich. Bei sogenannten thesaurierenden ETFs werden die Erträge nicht ausgeschüttet, sondern automatisch reinvestiert, so dass sich deine ETF-Anteile entsprechend um diese Erträge erhöhen.

Welche Ausschüttungsart eher für dich infrage kommt, hängt davon ab, welches Ziel du verfolgst

Möchtest du später von den Erträgen des Vermögens leben, ohne Anteile davon zu verkaufen, ist ein ausschüttender ETF das Mittel der Wahl. Willst du dein Vermögen ab einem bestimmten Zeitpunkt nach und nach entnehmen, um davon leben zu können, ist eher ein thesaurierender ETF ratsam, da man hier stärker und vor allem automatisiert vom Zinseszinseffekt profitiert. Einige Banken bieten übrigens bei ausschüttenden ETFs die Möglichkeit, die Erträge automatisch wieder anzulegen. Auf diese Weise wird der Zinseszinseffekt ebenfalls genutzt, gleichzeitig hat man jedoch bei Bedarf die Möglichkeit, das automatische Reinvestieren zu stoppen und auf die Erträge zuzugreifen.

4. Replikationsmethode: Physisch oder synthetisch?

Wenn du ETFs suchst, kommt dir früher oder später das Wort Replikationsmethode unter. Sie zeigt an, wie der Index nachgebildet wird: Physisch replizierende ETFs kaufen die Aktien des zugrundeliegenden Index tatsächlich, heißt: Wer einen ETF auf den DAX kauft, ist automatisch in die 30 DAX-Titel investiert, da diese in der entsprechenden Gewichtung im ETF-Portfolio enthalten sind. Das ist aufwendig – vor allem bei Indizes, die tausende Titel abbilden wie der MSCI World – und darum auch mit etwas höheren Kosten verbunden. Der Vorteil ist jedoch: Dem Anleger gehören die im Index enthaltenen Wertpapieranteile tatsächlich – auch im Pleitefall des Depotanbieters oder der Bank.

Viele Menschen fühlen sich damit wohler als mit den sogenannten synthetisch replizierenden ETFs. Bei ihnen werden die Werte nicht physisch gehalten, sondern mit speziellen Finanzinstrumenten lediglich nachgebildet. Synthetisch replizierende ETFs sind darum etwas kostengünstiger als physisch replizierende ETFs. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich damit auch kleinere Märkte nachbilden lassen, in denen tatsächliche Wertpapierkäufe unverhältnismäßig teuer wären.

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5. Gebühren: Sparen, wo es geht

Last but not least: Behalte die Kosten im Blick. Deine Rendite sollte nicht von Verwaltungsgebühren aufgefressen werden, darum ist es wichtig, ETFs, in Bezug auf ihre Gebühren zu vergleichen. Denn ob du jährlich 0,2 oder 0,3 Prozent an Kosten zu tragen hast, macht sich über die lange Laufzeit bemerkbar. Ein ETF auf gängige Indizes wie den DAX oder den US-Leitindex S & P 500 kostet nur selten mehr als 0,2 Prozent pro Jahr. Weniger bekannte und nachgefragte Kursbarometer lassen sich für jährlich 0,3 bis 0,6 Prozent verfolgen. Nur bei sehr exotischen oder komplexen Indizes reichen die Kosten an ein Prozent heran. Gebühren fallen aber nicht nur in Form von Verwaltungskosten an, sondern auch beispielsweise beim Depotanbieter.

Wenn du über Sparpläne in ETFs investieren willst, solltest du prüfen, ob der ausgewählte ETF über deinen Depotanbieter sparplanfähig ist. Bei ETFs auf große Indizes ist dies in der Regel gegeben. ETFs auf kleinere Indizes lassen sich hingegen nicht immer über einen Sparplan besparen. Möchtest du den ETF dennoch im Depot haben, kannst du auch ein Einmalinvestment mit möglicher späterer Aufstockung tätigen. Unter Umständen können hierbei allerdings höhere Kosten anfallen als bei Sparplänen. Eine Alternative wäre: Ein zweites Depot eröffnen, wo es den gewünschten ETF sparplanfähig gibt. Aber auch das lohnt nur, wenn das Depot kostenlos ist und die Betreuung zweier Depots nicht in Stress ausartet. Hier erklären wir dir genau, wie du das richtige Depot für dich findest!

Und nun: Loslegen!

Informieren ist wichtig, doch auch das umfangreichste Finanzwissen hilft dir nicht bei der Altersvorsorge, wenn du es nicht anwendest. Also, leg deine Ziele fest, eröffnet ein Depot, suche dir vielleicht noch eine Verbündete zum Austauschen und dann: Leg los!

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