Lupe: Wie finde ich das richtige Depot?
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Wie finde ich das richtige Depot?

Wenn du dein Geld mit Fonds- und ETF-Sparplänen rentabel anlegen willst, benötigst du ein Depot. Am günstigsten sind Onlinebroker und Fondsbanken. Unser ausführliche Check in 16 Fragen zu Onlinebrokern und Fondsbanken hilft dir, das richtige Depot für dich zu finden.

Die Wahl des richtigen Depots ist von entscheidender Bedeutung für jede:n Anleger:in. Und so easy ist es gar nicht, das passende Depot zu finden. Wir checken die Angebote von Onlinebrokern und Fondsbanken, um euch bei der Entscheidungsfindung zu helfen.

Was muss bei der Auswahl eines Depots berücksichtigt werden? Achtung, dabei geht’s um  Kostenstrukturen, Handelsmöglichkeiten, Kundenservice und Sicherheitsaspekte. Außerdem vergleichen wir für euch verschiedene Onlinebroker und Fondsbanken und analysieren ihre Vor- und Nachteile.

Hier erklären wir dir nochmal Schritt für Schritt, wie du ein Depot eröffnen kannst, wenn du mit deiner Finanzplanung starten willst und ETFs kaufen oder in Aktien investieren willst. 

16 Fragen, die dir helfen, das richtige Depot zu finden

1. Wie funktionieren Sparpläne auf Fonds oder auf ETFs?

Eigentlich ist das ganz einfach: Du überweist regelmäßig – also etwa monatlich oder vierteljährlich – einen bestimmten Betrag an einen Fonds- oder ETF-Anbieter mit der Maßgabe, dass er dieses Kapital für dich in den Fonds oder ETF steckt. Der Fonds- oder ETF-Anbieter kauft dann für dieses Geld Anteile von den Unternehmen, die im Fonds oder ETF sind. Das Problem: Kein Fonds oder ETF ist darauf ausgerichtet, Kleinbeträge von 25 oder 50 Euro zu verwalten. Hier kommen dann Onlinebroker und Fondsbanken ins Spiel.

2. Weshalb braucht es bei Sparplaninvestments Onlinebroker und Fondsbanken?

Nun, die haben sich so aufgestellt, dass sie auch regelmäßig eingehende Kleinbeträge im Auftrag ihrer Kund:innen kostengünstig verwalten und anlegen können. Dafür benötigst du bei diesen Anbietern zum einen ein Depot und zum anderen ein sogenanntes Verrechnungskonto. Auf das Verrechnungskonto überweist du das Geld, das du investieren willst, in dem Depot lagern die Anteile, die dein Broker oder deine Fondsbank auf deine Weisung hin für dich gekauft hat. Und schütten Fonds oder ETFs Erträge aus, dann fließen auch diese auf das Verrechnungskonto.

3. Welche Unterschiede gibt es zwischen Onlinebrokern und Fondsbanken?

Bei Onlinebrokern lassen sich grundsätzlich sämtliche Wertpapierarten an vielen Börsen in Deutschland, Europa und in aller Welt handeln. Fondsbanken dagegen sind Banken, die sich komplett auf den Handel mit Fonds und ETFs spezialisiert haben. Dafür ist in diesem Segment ihr Angebot sehr groß und sehr günstig. Das heißt: Wenn du ausschließlich Fonds und ETFs handeln willst, dann kannst du das gut und günstig über Fondsbanken tun. Dabei lassen sich sowohl Sparpläne auf Fonds und ETFs einrichten als auch Einzelorders auf diese ausführen. Wenn du dagegen zudem mit Aktien, Anleihen, Zertifikaten oder Optionsscheinen handeln willst, geht das nicht über Fondsbanken, dann brauchst du dafür auf jeden Fall (ebenfalls) ein Depot bei einem Onlinebroker. Doch dann ist ein eigenes Fonds- und ETF-Depot bei einer Fondsbank wahrscheinlich überflüssig.

4. Wie wird ein Depot bei einer Fondsbank eröffnet?

Das ist etwas tricky, denn bis auf Ebase mit der Marke Finvesto bietet keine Fondsbank den Kleinanleger:innen an, Depots direkt bei ihr zu eröffnen. Die Depoteröffnung läuft bei Fondsbanken normalerweise über einen der vielen Fondsvermittler im Internet – also etwa AAV Fondsvermittlung, Fondsdiscount.com, Fonds4you oder Netfonds24. Das ist zwar etwas umständlicher, dafür haben diese Vermittler weitere Vergünstigungen mit den Fondsbanken ausgehandelt.

5. Mit welchen Kosten ist für Depot und Verrechnungskonto zu rechnen?

Wer sein Depot bei einer klassischen Filialbank hat, ist pro Jahr schnell ein Prozent und mehr seines Depotvermögens als Depotgebühr los. Das macht bei einem 100.000 Euro schweren Depot schon 1000 Euro im Jahr, die für den weiteren Vermögensaufbau futsch sind. Doch es geht deutlich günstiger: So ist bei den allermeisten Onlinebanken und -brokern das Depot entweder generell kostenlos oder die
Bedingungen für ein kostenloses Depot sind recht leicht einzuhalten.

Willst du auch in Nebenmärkten mit Spezialfonds investieren, dann achte darauf, dass das Angebot an Sparplänen möglichst umfassend ist.

6. Was, wenn die Bedingungen nicht eingehalten werden?

Selbst dann kosten Wertpapierdepots bei Onlinebrokern im Jahr lediglich zwischen 23,40 und 47,88 Euro. Ausnahme Flatex: Der Onlinebroker erhebt prozentuale Depotgebühren von 0,1 Prozent des Depotvolumens im Jahr.

Macht bei 100.000 Euro Depotvolumen 100 Euro Gebühr im Jahr. Allerdings bleiben bei der Berechnung des Depotvolumens darin lagernde Fonds- und ETF-Anteile außen vor. Nur der Wert von dort verwahrten Einzeltiteln wie Aktien und Zertifikate wird berücksichtigt.

7. Und wie sieht das Ganze bei den Fondsbanken aus?

Diese verlangen meist Depotgebühren zwischen 20 und knapp 70 Euro im Jahr. Das ist in der Regel davon abhängig, wie viele verschiedene Fonds und ETFs im Depot lagern und ob du das Depot komplett online führst oder nicht. Das ist zwar mehr als bei den meisten Onlinebrokern, dafür gibt es bei den Fondsbanken die Fonds selbst oft deutlich günstiger. Eine Besonderheit ist das Mix-Depot der Fondsdepot Bank. Hier werden 0,1 Prozent des Depotvolumens (mindestens jedoch 55 Euro und höchstens 350 Euro) im Jahr fällig. Dafür werden hier keinerlei Transaktionskosten, keine Ausgabeaufschläge und keinerlei weitere Anschaffungsnebenkosten fällig.

8. Wie finde ich denn nun einen passenden Anbieter für meine Sparpläne?

Das hängt davon ab, was du möchtest: Willst du auch in Nebenmärkten mit Spezialfonds investieren und möglichst ETFs für jeden Index der Welt handeln können, dann solltest du darauf achten, dass das Angebot an Sparplänen für Fonds und ETFs möglichst umfassend ist. Willst du dagegen möglichst günstig unterwegs sein, dann schau nach Anbietern, die (möglichst viele) Sparpläne ohne Orderkosten anbieten. Meist wird es ein Abwägen zwischen beiden Faktoren sein. Und falls du neben Sparplänen auch noch mit Einmalinvestments auf andere Wertpapiere setzen willst, wird der Auswahlprozess nochmals um einiges komplexer.

9. Welche Anbieter haben das größte Sparplanangebot?

Das sind aktuell (noch) die Fondsbanken. Hier sind bei einigen Anbietern mehr als 8000 verschiedene Fonds sparplanfähig, bei ETFs sind es mehr als 800. Bei den Onlinebrokern sind dagegen maximal zwar „nur“ 2772 Fonds sparplanfähig (Flatex). Bei den ETFs sind es
dagegen höchstens sogar rund 1400 ETFs (Flatex).

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10. Wie sieht es eigentlich bei den sogenannten Neobrokern aus?

Neobroker sind quasi die nächste Generation der Onlinebroker, die nochmals um einiges günstiger sind und deren Angebote wir dir in der nächsten Ausgabe in einem eigenen Beitrag vorstellen. Die bekanntesten Neobroker sind Trade Republic, Just Trade oder Scalable Broker – auch sie bieten Sparpläne, bislang oft jedoch nur auf ETFs oder Einzelwerte und Kryptowährungen, wobei das Angebot stetig steigt.

11. Gibt es Fonds- und/oder ETF-Sparpläne völlig kostenlos?

Ganz genau genommen, nein. Sowohl bei Fonds als auch bei ETFs entstehen mehr oder weniger hohe Verwaltungskosten, diese musst du immer tragen. Allerdings merkst du davon nichts, da diese Kosten bei den von deinem Broker ausgewiesenen Fondskursen bereits verrechnet sind. Es gibt jedoch Anbieter, die bei ETF-Sparplänen zumindest keine Kaufgebühren erheben und die bei Fondssparplänen komplett auf den Ausgabeaufschlag – auch Agio genannt – verzichten. Andere verzichten darauf nicht.

12. Und welche Anbieter sind das?

Das ist bei den Fondsbanken zum einen die FIL Fondsbank. Hier sind alle Sparpläne auf ETFs – immerhin mehr als 800 – kostenfrei. Und bei der Fondsdepot Bank sind Sparpläne auf 10.280 von insgesamt 10.394 sparplanfähigen Fonds komplett ohne Agio erhältlich. Übrigens: Auch die anderen Fondsbanken bieten grundsätzlich Sparpläne auf mehrere Tausend aktiv gemanagte Fonds komplett ohne Agio an. Jedoch kommt davon nicht immer alles bei den Kund:innen an. Der Endkundenrabatt hängt vielmehr davon ab, wie viel Rabatt aufs Agio der jeweilige Fondsvermittler an seine Klientel weitergibt. Ausnahme: Bei Finvesto, der Ebase-Tochter für Direktanleger ohne zwischengeschaltete Vermittler, beträgt der Rabatt aufs Agio hingegen durchgängig 75 Prozent.

13. Wie sieht es bei den Onlinebrokern mit Sparplänen aus?

Unter den Onlinebrokern ist Flatex für die Sparplanfans am günstigsten. Dieser Anbieter verzichtet bei Sparplänen komplett auf Ordergebühren und/oder Ausgabeaufschläge. Und das immerhin bei 2772 sparplanfähigen Fonds und 1393 sparplanfähigen ETFs. Smartbroker dagegen verzichtet „nur“ bei Sparplänen auf alle 1441 derzeit sparplanfähigen Fonds komplett auf den Ausgabeaufschlag. Bei der ING sind zwar lediglich etwas mehr als sparplanfähige 50 Fonds ohne Agio zu haben, dafür verzichtet dieser Anbieter allerdings bei sämtlichen 830 sparplanfähigen ETFs auf Kaufgebühren.

Auch andere Onlinebroker bieten Sparpläne auf mehr oder minder viele ETFs völlig kostenlos an – meist jedoch lediglich im Rahmen zeitlich befristeter Vereinbarungen mit einzelnen ETF-Anbietern. Bei Comdirect gibt es beispielsweise derzeit immerhin Sparpläne auf 150 ETFs völlig gebührenfrei, bei der Consorsbank gilt das sogar bei 380 Fonds. Beim S-Broker wiederum sind aktuell
102 ETFs kostenlos besparbar, bei Smartbroker sind es 351 ETFs. Und Maxblue bietet bei 130 ETFs Sparpläne kostenlos an, dies allerdings nur bei Raten bis maximal 250 Euro.

14. Wie ist die Lage bei letztgenannten Anbietern für Fondssparpläne?

Bei manchen Anbietern ist das Angebot an sparplanfähigen Fonds mit 100 Prozent Rabatt aufs Agio recht überschaubar: So bietet die Consorsbank das derzeit gerade mal bei sechs Fonds an. Bei Maxblue, dem Onlinebroker der Deutschen Bank, gibt es lediglich 30 sparplanfähige Fonds ohne Agio, bei der Comdirect sind 43 und bei S-Broker 45 sparplanfähige Fonds ohne Ausgabeaufschlag zu haben.

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15. Und was ist mit der DKB? Die verzichtet doch auch auf Ausgabeaufschläge ...

Auf den ersten Blick schon. Doch dafür verlangt dieser Anbieter regulär eine fixe Gebühr von 1,50 Euro je Sparplanausführung. Ähnlich handhabt das auch die nicht in der Tabelle dargestellte Onvista Bank. Allerdings beträgt das Fixum hier etwas weniger – nämlich einen Euro.

16. Gibt es noch andere Möglichkeiten, die Sparplankosten zu senken?

Hast du dein Sparplandepot bei einem Anbieter, der je Ausführung eine fixe Gebühr verlangt, lohnt es sich, die Ausführung zu optimieren. Angenommen, du besparst drei Fonds monatlich mit je 100 Euro, dann kostet das bei der DKB im Monat bei einem Fixum von 1,50 Euro je Ausführung und Fonds 4,50 Euro. Besparst du im monatlichen Wechsel je einen Fonds mit 300 Euro, wird jeden Monat
nur ein Sparplan ausgeführt – für lediglich 1,50 Euro. Viele der genannten Anbieter ermöglichen auch halbjährliche und/oder jährliche Sparplanausführungen. Doch führen etwa Comdirect und S-Broker das Depot nur dann kostenfrei, wenn im Quartal mindestens eine oder zwei Order oder Sparplanausführungen abgewickelt werden.

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