Was sind NFTs (Non-Fungible Tokens)?
Nicole Geri / Unsplash

Was sind NFTs (Non-Fungible Tokens)?

Non-Fungible Tokens (NFT) boomen. Wir erklären, was hinter dem Hype steckt und wie NFTs dir helfen können, breit gestreut zu investieren.

NFT - eine neue Art zu investieren

Das Aufsehen war groß: Für stolze 600.000 Dollar wechselte „Nyan Cat“ vor gut einem Jahr den Besitzer – ein GIF einer kleinen fliegenden Pixelkatze mit Regenbogenschweif. Oder anders: ein NFT einer kleinen fliegenden Pixelkatze mit Regenbogenschweif. Digitale Sammlerstücke erobern den Kunstmarkt.

Immer wieder sorgen schwindelerregende Summen, die Käufer:innen für zum Teil banale digitale Werke zahlen, für Schlagzeilen. Mittlerweile werden Milliarden mit ihnen umgesetzt – im ersten Halbjahr 2021 insgesamt 2,5 Milliarden Dollar. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 13,7 Millionen Dollar. Zeit, sich den Trend um das Phänomen NFT (Non-Fungible Tokens) einmal genauer anzusehen! Wir haben Fragen und Antworten gesammelt. 

1. Was sind NFTs?

NFT steht für „nicht-fungibles Token“, wobei mit Token ein (digitaler) Vermögenswert gemeint ist und nicht-fungibel mit „nicht austauschbar“ umschrieben werden kann. Es handelt sich also um einen Vermögenswert, der nicht eins zu eins durch einen anderen ersetzt werden kann. Während fungible Tokens wie Geld untereinander getauscht werden können – eine Zehn-Euro-Note kann gegen eine andere Zehn-Euro-Note oder auch zwei Fünf-Euro-Scheine getauscht werden – ist dies bei NFTs nicht möglich. Sie sind eine Art digitale Besitzurkunde. NFTs können beispielsweise Kunstwerke, Fotos oder Kompositionen abbilden, aber auch Immobilien oder Wertpapiere.

2. Wie funktionieren NFTs technisch?

NFTs basieren – genauso wie Kryptowährungen – auf der sogenannten Blockchain-Technologie. Diese Blockchain kannst du dir als eine Art öffentliches Notizbuch vorstellen, in dem sämtliche Transaktionen – etwa von NFTs – festgehalten werden. Das Gute: Dieses Notizbuch ist nicht nur auf einem, sondern auf unzähligen Rechnern weltweit gespeichert. Diese dezentrale Technologie macht die Blockchain fälschungssicher. Es gibt verschiedene Blockchain-Technologien. Die bekannteste ist das Bitcoin-Netzwerk. Die führende Blockchain für NFTs ist jedoch Ethereum (ETH). Du brauchst die Kryptowährung Ethereum, um NFTs zu erstellen und mit ihnen zu handeln. Die wichtigsten Begriffe für Kryptoinvestments erklären wir dir hier noch einmal genauer.

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3. Wozu gibt es NFTs?

Der Wert physischer Wertgegenstände wie von Gemälden ergibt sich in der Regel auch daraus, dass sie einmalig sind. Digitale Werte hingegen können leicht und in beliebiger Menge kopiert werden. NFTs lösen das Problem. Sie garantieren Einzigartigkeit und bilden die Besitzverhältnisse ab, die dadurch handelbar werden und sich monetarisieren lassen. So werden aus virtuellen Gütern fälschungssichere Sammlerstücke.

4. Was brauche ich, um NFTs zu erstellen und mit ihnen zu handeln?

Jede:r kann einen digitalen Vermögenswert in einen NFT verwandeln – und das ist gar nicht schwer: Du benötigst zunächst die Kryptowährung Ethereum, die du nach der Registrierung bei Kryptobörsen oder bei Brokern mit Kryptohandel kaufen kannst, zum Beispiel Coinbase, eToro oder Binance. Wichtig ist, dass es möglich sein muss, sich die sogenannten Coins auszahlen zu lassen – nämlich in ein Wallet. Das ist eine Art digitale Geldbörse zur Aufbewahrung von Kryptowährungen. Der aktuell größte und bekannteste Anbieter solcher Wallets ist Metamask. Die Metamask Wallet gibt es als App, aber auch als Anwendung für den Browser. Ist das Geld im Wallet, kann es losgehen.

5. Wie erstelle ich NFTs und wie handle ich damit?

Es gibt spezielle Plattformen, auf denen du NFTs erstellen, kaufen und verkaufen kannst. Die bekanntesten sind Open Sea, Superrare und Rarible. Dort findest du eine stattliche Auswahl an NFTs, die du ersteigern oder direkt erwerben kannst. Der Bezahlvorgang läuft über dein Wallet: Ethereum im Wert deines erstandenen NFTs wird abgezogen und dafür dein NFT in deinem Wallet abgelegt. Willst du ein NFT verkaufen, funktioniert das Ganze andersherum. 

Auch das Erstellen eines NFTs ist einfach: Du lädst die von dir gewünschte Datei, an der du die Eigentumsrechte hältst – zum Beispiel eine Bilddatei –, auf eine NFT-Plattform hoch und erstellst mit wenigen Klicks daraus dein NFT, das du anschließend verkaufen kannst.

6. Lohnen sich Investments in NFTs?

Auf den ersten Blick scheint es absurd: Menschen kaufen für zum Teil exorbitant hohe Summen digitale Dateien, die im Internet kostenlos zu betrachten sind. Bei einem Kunstdruck ist es jedoch im Grunde ähnlich. Er kostet nur ein Bruchteil dessen, was Sammler:innen für das Original – etwa ein Gemälde von Pablo Picasso – bereit wären zu zahlen. Die Besitzrechte machen also den Unterschied, nicht das Werk an sich. 

Welche NFTs das Zeug zu begehrten digitalen Sammlerstücken haben, ist nur schwer vorherzusagen. Hier gilt ähnlich wie in der klassischen Kunst. Du musst den Markt beobachten, versuchen, Trends zu erkennen, und am wichtigsten: nur Summen investieren, deren Verlust du im schlimmsten Fall verschmerzen kannst.

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7. Welche Gebühren kommen auf mich zu?

Beim Erstellen, Kaufen und Verkaufen von NFTs kommen verschiedene Gebühren auf dich zu. Schon der Kauf von Ethereum bringt Handelskosten mit sich, bei der Kryptobörse Coinbase zum Beispiel 1,49 Prozent je Transaktion. Und auch die NFT-Plattformen erheben Gebühren. Sie werden üblicherweise anteilig am Wert des gehandelten NFT berechnet und liegen im niedrigen einstelligen Prozentbereich pro Kauf oder Verkauf.

Teuer wird es, wenn du einen NFT erstellen lässt, weil dafür Rechenleistung notwendig ist. Diese kostet wiederum Energie und schlägt bei der Erstellung von NFTs ordentlich zu Buche. Die Preise variieren je nach Angebot und Nachfrage und danach, wie schnell das NFT erstellt werden soll. 50 bis 200 Euro pro NFT sind keine Seltenheit.

8. Gibt es NFTs auch in Galerien?

Auch immer mehr Galerien und Auktionshäuser haben den Trend von NFTs erkannt – und bieten sie an. Im Juni vergangenen Jahres versteigerte das Auktionshaus Sotheby’s die Animation „Quantum“ von Kevin McCoy – für 1,5 Millionen Euro. Es ist das erste jemals geschaffene NFT-Kunstwerk. Das digitale Werk „Everydays: the First 5000 Days“ – eine Collage von 5.000 zuvor im Internet veröffentlichten Bildern – brachte dem Künstler Mike „Beeple“ Winkelmann bei einer Versteigerung des Auktionshauses Christie’s im März 2021 mehr als 69 Millionen US-Dollar ein.

In Berlin sorgte Ende vergangenen Jahres die König Galerie mit „Machine Hallucinations: Nature Dreams“ des Künstlers Refik Anadol für großes Aufsehen. Die immer wieder ihre Form verändernde Datenskulptur auf zehn mal zehn Metern wurde am Ende der Ausstellung versteigert: für 300 Ethereum – umgerechnet mehr als eine Million Dollar.

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© Marcus Witte
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