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Ist eine Luxushandtasche ein gutes Invest?

Möglichst breit gestreut investieren – also auch in Sachwerte? Unbedingt, sagt Finanzexpertin Marsal Ghiasi im Interview. Sie selbst hat sich einige Luxus-Handtaschen zugelegt.

Marsal Ghiasi arbeitet als Projektmanagerin in einer internationalen Unternehmensberatung. Seit Beginn der Corona-Pandemie gibt die studierte Finanzwissenschaftlerin auf ihrem Instagram-Account @finance4divas Tipps zum Vermögensaufbau. Ihr Portfolio enthält nicht nur Wertpapiere, sondern auch einige teure Sachwerte: Luxus-Handtaschen! Warum Luxus sich lohnt und wie man beim Kauf von Designer-Handtaschen am besten vorgeht, erklärt Marsal im Interview mit finanzielle.

finanzielle: Dein Motto lautet „Invest like a Diva“ – wie investiert man denn als Diva?

Marsal Ghiarsi: Das Zauberwort heißt „selbstbewusst“. Mein Portfolio sieht recht bunt aus. Ich investiere zum Beispiel nicht nur in Tech- oder Gaming-Aktien, sondern auch in Beauty- oder Luxus-Aktien. Hinzu kommen Taschen, Immobilien und Kryptos. 

Wonach suchst du deine Investments aus?

Mir ist es wichtig, ganz genau zu verstehen, in was ich investiere. Wie Warren Buffett immer sagt: “Investiere nur in eine Aktie, deren Geschäft du auch verstehst“. Und wovon verstehen wir Mädels eine Menge? Mode, Taschen, Schuhe, Kosmetik und Schmuck. Es ist ein Klischee, aber da ist auch was Wahres dran. Zumindest trifft es bei mir zu. 

Der Ansatz, in Dinge zu investieren, die man versteht und von deren Geschäftsmodell man überzeugt ist, ist ja auch sehr vernünftig. 

Eben! Ich kann mein Wissen nutzen, um Investments gezielt auszusuchen. Ob es Taschen oder Aktien sind, ich profitiere von meinem Wissen und meinen Erfahrungen. Meine erste Aktie war zum Beispiel die LVMH-Aktie, also jenes Unternehmen, dem Marken wie Louis Vuitton gehören. Und mein allererstes Investment überhaupt war eine Louis Vuitton Tasche. 

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Deine Leidenschaft fürs Investieren hat mit Taschen begonnen?

Ja, ich muss ehrlich zugeben, dass ich dank Designer-Taschen überhaupt erst zum Investieren gekommen bin. Es hat angefangen als ich noch Studentin war: Ich konnte mir teure Designer-Taschen damals einfach nicht leisten und musste für die erste Tasche lange sparen. Und wenn ich eine Neue wollte, musste ich meine alte erstmal verkaufen. Dabei habe ich dann festgestellt, dass ich meine alten Taschen aufgrund der Preissteigerung nach drei bis fünf Jahren mindestens zu dem Preis verkaufen konnte, für die ich sie gekauft hatte. Je länger ich gewartet habe, umso mehr konnte ich dafür bekommen. Ich habe immer einen Gewinn zwischen fünf bis zehn Prozent gemacht. So habe ich mit Designer-Taschen angefangen und dann irgendwann auf dem Aktienmarkt weiter gemacht.  Mittlerweile macht mir Investieren auch sehr viel Spaß, weil ich mich auf das konzentriere, wovon ich etwas verstehe – und dabei lasse ich mir von niemandem etwas einreden. 

Mit welcher Tasche hast du die meiste Rendite gemacht?

Die beste Rendite habe ich mit der Eva Pochette in Monogram-Canvas von Louis Vuitton erzielt. Witzigerweise war diese Tasche sogar nur ein Zufallskauf. Nach zehn Jahren habe ich sie für 500 Euro verkauft – ich selbst hatte damals nur  knapp 300 Euro bezahlt. 67 Prozent Gewinn nach zehn Jahren! Und das, obwohl ich die Tasche auch zehn Jahre lang benutzt habe. Mittlerweile kostet sie auf dem Secondhand-Markt übrigens mehr als 1000 Euro.

Hast du Tipps für Einsteigerinnen ins Designer-Taschen-Investment?

Wenn es die erste Designerhandtasche ist, in die man investierten möchte, ist es klug, auf klassische Designer zu setzen und direkt vom Shop zu kaufen. Neben Marken wie Hermès oder Chanel gelten auch Louis Vuitton und Gucci als vielversprechend und verheißen auf lange Sicht auch einen hohen Wiederverkaufswert. 

Was, wenn ich nicht ganz so viel Geld habe?

Ich würde dazu raten, sich auf den mittleren Preissegment von etwa 700 bis 1700 Euro zu konzentrieren. Bei der Wahl der Tasche sind klassische, mittelgroße Taschen in neutralen Farben eine gute Wahl. Das Design sollte eher schlicht und vor allem zeitlos sein. Bei der Wahl des Modells ist man mit den Klassikern, die einen Ikonen-Status haben, auf der sicheren Seite. 

Investierst du auch in andere Luxus-Sachwerte wie Schmuck oder Uhren?

Nein, leider nicht. Oder besser gesagt: noch nicht. Luxus-Uhren interessieren mich nämlich tatsächlich. Aber eher die Männer-Modelle, weil diese eine höhere Wertsteigerung versprechen und sich damit besser als Investment eigenen. Vor allem Rolex-Uhren gelten als krisensichere Investition und lohnen sich immer, vorausgesetzt man kommt überhaupt an die Uhr ran. Die Warteliste der Kaufinteressierten ist lang.

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Du hast schon erwähnt, dass du das Luxussegment auch am Aktienmarkt im Blick hast. Welche Rolle spielt Luxus in deinem Depot?

Luxus spielt in meinem Depot eine große Rolle. Es ist einfach die Branche, in der ich mich gut auskenne. Das macht mir Spaß. Und es ist natürlich auch ein Megatrend an der Börse. Die Geschäftsentwicklung von Luxusunternehmen hängt nicht von den konjunkturellen Entwicklungen ab. Es gibt immer wohlhabende Menschen, die bereit sind, für Produkte von Luxus-Marken viel Geld zu bezahlen— egal, wie es der Wirtschaft geht.  Luxus-Investments gehören darum meiner Meinung nach als Basisinvestment in jedes Depot, entweder in Form von ETFs oder eben auch in Form von Einzelaktien. 

Mit den üblichen Verdächtigen wie LVMH und Co.?

Ja, klar! Wie schon erwähnt, meine erste Aktie im Depot war die LVMH-Aktie. Mittlerweile ist LVMH eine der größten Positionen in meinem Portfolio. Zu meinen Lieblingsaktien gehört neben LVMH auch die Aktie von Estée Lauder.

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