Kopf einer Frau zwischen zwei Büsten: Kann man mit Kunst Geld verdienen?
Cotton Bro Studio / Pexels

Kann man mit Kunst Geld verdienen?

Künstlerinnen reden Klartext – über Geld. Kann man mit Kunst heute tatsächlich noch Geld verdienen, das haben wir Zeichnerin und Bildhauerin Simone Kesting gefragt.

Von der Kunst leben…

kann ich seit zwei bis drei Jahren, vor allem durch Stipendien. Aber auch Werke, die ich verkauft habe. Zudem unterrichte ich hin und wieder und arbeite als Illustratorin, z.B. habe ich für „Die Zeit“ fotografiert. Ich hatte nie die Vision, davon mal leben zu können, und wähne mich auch nicht sicher, was die Zukunft betrifft.

Stipendien…

sind für Künstler:innen superwichtig. Zum einen, weil sie dich schon mal ein Jahr finanzieren können, zum anderen fürs Prestige. Das ist ein guter Weg, künstlerisch ernst genommen zu werden, gerade als junge Kunstschaffende. Da viele Stipendien aber explizit für Unter-40-Jährige gedacht sind, wird es mit zunehmenden Alter leider schwieriger, welche zu bekommen.

Mein Weg in die Kunst…

war eher zufällig ( zufällig war der weg in die freie Kunst, der künstlerische Weg an sich war schon sehr bewusst, wenn auch etwas ohne festen Plan, wie genau  aussehen soll). Ich habe gern gezeichnet und daher Illustration studiert, auch mit dem Gedanken, davon eher leben zu können. Zur freischaffenden Kunst bin ich dann wieder durch Professor:innen gekommen, die neu an meiner Uni angefangen haben. Heute transferiere ich Zeichnungen ins Dreidimensionale, hole Erinnerungen und Fragmente als Objekte in den Raum. Ich arbeite viel mit Ton und Epoxidharz, meine Zeichnungen und die Bildhauerei ergänzen und verschränken sich. 

Mein lukrativstes Werk…

habe ich im Rahmen einer eher kleinen Ausstellung verkauft: ein fellartiges Wandobjekt für 2500 Euro – wahrscheinlich habe ich es viel zu günstig abgegeben. Generell berechne ich eher nach Größe als nach Aufwand, was von mir wie viel kostet.

Simone Kesting: Kann man mit Kunst Geld verdienen?

Künstlerinnen reden Klartext – über Geld. Diesmal: Simone Kesting (36), Zeichnerin und Bildhauerin aus Hamburg, simonekesting.com

Besonders hilfreich für meine Karriere

war das Stipendium der Claussen-Simon Stiftung 2022. Das richtet sich an junge Kunstschaffende, die schon im Beruf sind, mit hilfreichen Workshops zu u.a. Marketing und Finanzen. Es hat mir sehr geholfen, Kunst als Arbeit noch einmal anders anzugehen, mich als Unternehmerin zu verstehen. Davor habe ich nie gesagt: Ich bin Künstlerin. Jetzt bewerbe ich mich selbstbewusster für Ausstellungen und Förderungen – wobei ich da sicher noch kühner werden kann.

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Wie man als Künstler:in bekannt wird…

Man denkt, man muss entdeckt werden. Aber in Wahrheit ist es: Rausgehen, Akquise machen, seine Sachen zeigen. Sonst kann man womöglich nie davon leben. Sich auf Ausschreibungen für Förderungen und Ausstellungen bewerben. Und eine gute Website haben. Aber wenn einem Instagram mehr liegt, kann auch das viel bringen. Networking gehört in jedem Fall dazu, auf andere Ausstellungen zu gehen, Künstler:innen und Leute aus der Branche zu treffen. Mitunter machen die dich dann wieder mit anderen bekannt.

Generell wird immer davon abgeraten, sich selbst bei Galerien zu bewerben, manche schreiben das sogar auf ihrer Website. Aber diese Annahme muss man vielleicht mal durchbrechen! Es ist und bleibt aber ein Balanceakt: Dazwischen, sich selbstbewusst zu zeigen, sich aber auch nicht zu sehr anzubiedern. 

Wichtige Schritte in 2024…

waren für mich direkt zwei Ausstellungen im Januar: eine Gruppenausstellung in Berlin, denn dort habe ich vorher noch nie ausgestellt. Und eine Einzelausstellung in Trittau, seit der es zum ersten Mal einen gedruckten Katalog meiner Sachen gibt. Der ist wichtig für die Akquise, da man schon öfter danach gefragt wird – und somit ein weiterer Schritt Richtung Ernsthaftigkeit.

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© Marcus Witte
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