Frau beim Klettern: Brauche ich eine Risikolebensversicherung?
Brook Anderson / Unsplash

Brauche ich eine Risikolebensversicherung?

Für wen lohnt sich eigentlich eine Risikolebensversicherung? Was ist der Unterschied zur Lebensversicherung? Und was muss ich wissen, bevor ich sie abschließe?

Wie wichtig ist eine Risikolebensversicherung?

Eine Risikolebensversicherung kann für dich sinnvoll sein, wenn du Angehörige hast, die du für den Fall deines Todes finanziell absichern möchtest – zum Beispiel dein Kind oder eine andere Person, die wirtschaftlich von dir abhängig ist. Hast du – vielleicht auch mit einem Partner oder einer Partnerin – ein Immobiliendarlehen oder eine andere Finanzierung mit großem Volumen aufgenommen? Dann kann eine Risikolebensversicherung als Restschuldversicherung für den Todesfall eines Darlehensnehmers wichtig sein.

Mithilfe der richtigen Gestaltung von zwei Risikolebensversicherungen kannst Du in einer Partnerschaft auch Erbschaftssteuer sparen. Insbesondere nicht-eheliche Lebensgemeinschaften haben nur einen geringen Freibetrag. Das Problem lässt sich wie folgt lösen: Im ersten Versicherungsvertrag bist Du versicherte Person und dein:e Partner:in ist Versicherungsnehmer mit Bezugsberechtigung. Verstirbst Du, bekommt dein:e Partner:in das Geld. Im zweiten abzuschließenden Vertrag sind die Rollen entsprechend zu tauschen. Bei dieser Gestaltung muss die Todesfallleistung nicht versteuert werden, weil der oder die Versicherungsnehmer:in zugleich bezugsberechtigte Person ist.

Julia Alice Böhne, BdV e.V.

Wer schreibt hier?

Julia Alice Böhne ist Pressereferentin beim Bund der Versicherten und klärt für uns wichtige Fragen rund ums Thema Versicherungen. Als regierungsunabhängige Organisation vertritt der Bund der Versicherten e. V. (BdV) seit Gründung im Jahr 1982 die Rechte der Versicherten. Mit rund 45.000 Mitgliedern ist der Verein eine der wichtigsten Verbraucherschutzorganisationen Deutschlands.

Was brauche ich nicht?

Von Kombinationen aus einer Risikolebensversicherung und angeschlossenem Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsschutz solltest du die Finger lassen. Besser du schließt zwei getrennte Versicherungsverträge ab. Nimmst du einen Kredit auf, solltest du keine der üblicherweise angebotenen Restschuld- oder Ratenschutzversicherungen abschließen. Diese sichern zwar – wie eine Risikolebensversicherung – auch den Fall deines Todes ab, sind aber massiv überteuert und auch wegen weiterer Lücken im Versicherungsschutz in keinem Fall als Absicherung zu empfehlen.

Unterschied Risikolebensversicherung und Lebensversicherung

Der größte Unterschied zwischen einer Risikolebensversicherung und einer Lebensversicherung liegt darin, wann eine Zahlung geleistet wird. Die Risikolebensversicherung zahlt nur bei einem Todesfall, die Kapitallebensversicherung zusätzlich auch im Erlebensfall. Deshalb ist eine Risikolebensversicherung auch deutlich günstiger.

Wie hoch sollte die Versicherungssumme einer Risikolebensversicherung sein?

Wenn du die Versicherungssumme ermittelst, solltest du deine wirtschaftliche und familiäre Lage beachten. Berücksichtige dabei auch die Inflationsrate! Im Idealfall entspricht deine vereinbarte Versicherungssumme der vorübergehenden Versorgungslücke, die deine Hinterbliebenen im Falle deines Todes haben. Hast du eine große Familie mit kleinen Kindern, sollte die Versicherungssumme entsprechend höher ausfallen.

Ein Rechenbeispiel: Vereinbarst du in deiner Risikolebensversicherung eine Todesfallsumme von 200.000 Euro, reicht das für 16 Jahre und 8 Monate, wenn monatlich 1.000 Euro entnommen werden (ohne steuerliche Aspekte und eine mögliche positive Verzinsung).

Falls du eine besonders hohe Todesfallsumme (über 200.000 Euro bzw. 400.000 Euro) vereinbaren möchtest, verlangen Versicherer zusätzliche ärztliche Untersuchungen und meist auch ein ärztliches Zeugnis. Eventuell kann daher auch der Abschluss von mehreren Risikolebensversicherungen bei unterschiedlichen Anbietern eine Option sein.

Wie viel kostet eine Risikolebensversicherung?

Die Prämie hängt vor allem von der Todesfallsumme, der Laufzeit sowie deinem Eintrittsalter und Gesundheitszustand ab. Je länger du deine Hinterbliebenen absichern willst, desto höher ist die Prämie. Denn mit fortschreitendem Alter steigt auch das sogenannte Todesfallrisiko. Bei besonderen Risiken kann sich die Prämie weiter erhöhen – wenn du beispielsweise rauchst oder Motorrad fährst.

Beispielhafte Prämienspannen: Eine 35-jährige Person, die weder raucht noch Motorrad fährt, muss bei Neuabschluss einer guten und günstigen Risikolebensversicherung mit einer Laufzeit von 32 Jahren und einer (gleichbleibenden) Todesfallsumme von 200.000 Euro eine Jahresprämie von rund 200 – 400 Euro zahlen. Wenn der- oder diejenige raucht und Motorrad fährt, erhöht sich die Prämie auf 600 – 1.000 Euro.

Extra-Tipp

BdV-Tipp: Bietet der Versicherer eine Überschussbeteiligung in der Risikolebensversicherung an, solltest du das Überschusssystem „Sofortrabatt“ wählen. Der Versicherer verrechnet die Überschüsse dann sofort mit der zu zahlenden Prämie. So entsteht der Zahlbeitrag (Nettoprämie). Die Höhe der Überschüsse ist allerdings nicht garantiert. Erwirtschaftet der Versicherer geringere Überschüsse, kann sich die Prämie bis zum Tarifbeitrag (Bruttoprämie) erhöhen. Bei einigen Versicherern liegen Brutto- und Nettoprämie um fast 300 Prozent auseinander. Hier kann sich die zu zahlende Prämie über die Vertragslaufzeit mehr als verdoppeln. Bei Abschluss des Vertrages lohnt also immer auch ein Blick auf den Tarifbeitrag.

Wie finde ich den richtigen Tarif für meine Risikolebensversicherung?

Solltest du dich für den Abschluss einer Risikolebensversicherung entscheiden, ist es wichtig, einen guten Tarif zu finden. Die Angebote unterscheiden sich hinsichtlich der Leistungen und Beiträge ganz erheblich. Das kostenlose BdV-Infoblatt zur Risikolebensversicherung bietet dir eine gute Orientierung, worauf du achten solltest. Am besten lässt du dich unabhängig beraten. Hierfür kannst du dich an eine:n Versicherungsberater:in oder den Bund der Versicherten e.V. (BdV) wenden.

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