Goldenes Tandem: So funktioniert Jobsharing
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Arbeiten im Tandem? Tipps für Karriere zu zweit

Zwei Frauen, ein Job. Geteilte Verantwortung, doppelte Kreativität. Klingt gut, so ein Jobsharing, oder? Die besten Tipps, wie Arbeiten im Tandem klappt!

Jobsharing: Ist das Arbeiten im Tandem das Richtige für dich?

In vielen europäischen Ländern schon Arbeitsalltag, bei uns zumindest upcoming: Jobsharing ist gerade bei Frauen ein Arbeitsmodell, das immer beliebter wird. Wer in Teilzeit arbeitet und eine Führungsposition hat, schätzt das „System Doppelkopf“. Schließlich lassen sich auch so traditionellere Unternehmen davon überzeugen, eine Stelle mit zwei Müttern zu besetzen. Ohne Tandem-Modelle, die volle Verfügbarkeit oft schon durch einen zeitlichen Split garantieren (eine von beiden ist immer da), gehen Vollzeitstellen immer noch gern an andere Bewerber:innen, deren Karriere nicht durch Care Arbeit beeinflusst wird. Aber ist das Jobsharing wirklich eine ideale Lösung? Zu wem sie passt – und was bei der Zusammenarbeit wichtig ist, verrät uns Jana Tepe, Marketing Director von Phenom.

Jana Tepe: Tipps zum Jobsharing und arbeiten im Tandem

Jana Tepe

gründete im Jahr 2013 Tandemploy. Was zunächst als Jobsharingplattform begann, hat sich inzwischen zu einem Big Player entwickelt. Ihre eigens entwickelte Software unterstützt heute Unternehmen dabei, die interne Zusammenarbeit zu erleichtern.

Anfang 2022 wurde Tandemploy von der US-Firma Phenom übernommen. Als Marketing Director ist Jana an Bord geblieben. Hier verrät sie uns ihre Tipps, wie das Arbeiten als Tandem reibungslos klappt!

Ist Jobsharing was für mich?

Wenn du Freude an enger Team­arbeit hast und gut und klar kommunizieren kannst – auch in potenziellen Konfliktsituatio­nen –, bist du grundsätzlich schon einmal gut vorbereitet. Ein Tandem ist das kleinstmögliche Team der Welt und hebt Team­ work nochmals auf eine neue Stufe. Die Zusammenarbeit erfolgt im Täglichen und ist sehr eng. Das Vertrauen in eine andere Person, das es dafür braucht, solltest du aufbringen können – und den Wert eines so engen Sparring­partners erkennen.

Sollte sich ein Tandem bereits vorher gut kennen?

Es kann von Vorteil sein, wenn du einschätzen kannst, ob die Che­mie stimmt. Eine Voraussetzung ist das aber keinesfalls. Viel wich­ tiger ist, dass ihr vorab über die Werte und Ziele eurer Zusammen­arbeit sprecht.

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Argumente für Arbeiten im Tandem, die jeden Arbeitgeber überzeugen

Erstens: Ein Tandem kann die eierlegende Wollmilchsau sein, die Arbeitgeber so oft suchen, aber niemals in nur einer Person finden. Zwei Köpfe bedeuten doppeltes Potenzial, doppelte Ideen und ei­nen doppelten Erfahrungsschatz.

Zweitens: Ein Tandem bedeutet eine signifikante Risikominimie­rung und Kosteneinsparung. Bist du mal krank oder im Urlaub, steht nicht alles still, sondern deine Tandempartnerin ist aus­kunfts-­ und entscheidungsfähig. Und selbst wenn eine von euch geht und das Tandem verlässt, ist eine Person noch da. Das Wissen bricht also nicht auf einmal weg.

Drittens: Die enge Kommunikation und Unterstützung im Tandem führt zu schnelleren und besseren Entscheidungen. Das steigert die Qualität der Arbeit und der Ergeb­ nisse.

Das gehört in den Arbeitsvertrag

Besprecht euch zunächst unter­ einander und klärt dann mit eurem Arbeitgeber die Vertretungs­regelungen im Fall von Urlaub und Krankheit. Auch die Aufteilung von eventuellen Boni (Tandem­bonus? Einzelbonus?) solltet ihr besprechen und schriftlich fest­ halten. Tipps, wie du dein Gehalt verhandeln kannst, gibt’s hier.

Grundregeln der Zusammenarbeit im Tandem

Erstens: Steckt vorher ab, wie eng ihr zusammenarbeiten möch­tet. Reicht eine wöchentliche Übergabe oder ist es wichtig, jeden Tag ein kurzes Stand­up zu haben?

Zweitens: Wie teilt ihr die Aufga­ben auf? Welche Infos muss auch die andere haben? Denkt dran, dass eure Tandempartnerin bei Krank­heit einspringen und Entscheidun­gen für euch treffen muss.

Drittens: Was müsst ihr zwin­gend dokumentieren, damit die Zusammenarbeit effizient bleibt und Meetings erspart?

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Tipps für einen starken Auftritt als Team

Die Vermarktung als Tandem nach außen – aber auch innerhalb der Firma – kann sehr entscheidend für die Akzeptanz des Arbeits­modells sein. Mein Rat: Erklärt so­ wohl externen Partnern und Kun­den als auch den Kollegen kurz die Vorteile eures Arbeitsmodells und lebt es dann einfach selbstver­ständlich. Ihr könntet beispielsweise hervorheben, dass ihr rund um die Uhr verfügbar seid und kei­ne großen Ausfallzeiten drohen.

Karrierekick oder Karrierekiller?

Karriere kannst du im Tandem oft deutlich einfacher machen, als wenn du allein in Teilzeit arbei­test. Du kannst leichter eine ver­antwortungsvolle (Führungs­)rolle wahrnehmen. Es gibt viele Tan­dems, die gemeinsam Karriere ge­macht haben, mehrfach gemein­sam befördert wurden. Es kann auch dabei helfen, in verantwortungsvollen Rollen und Aufgaben zu bleiben, wenn du selbst gerade lebensphasenbedingt weniger arbeiten möchtest oder kannst.

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